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Das war die Woche: iPhone überall

09.05.2008 | 13:50 Uhr |

O2 hat schon keine mehr, in zwei dutzend Ländern steht die Einführung des iPhone unmittelbar bevor. Alle Indizien weisen auf ein UMTS-iPhone hin, das noch in diesem Sommer in die Läden kommen könnte.

Das iPhone 3G kommt - es ist nur noch eine Frage der Zeit. Apple hat heuer schon öfter angekündigt, sein Handy in weiteren Ländern einzuführen, den Worten folgen allmählich taten. Nach schweizer Presseberichten soll die Swisscom den Zuschlag für die Schweiz erhalten haben, Vodafone darf in lukrativen Märkten wie Indien, Tschechien und Australien ran und der größte lateinamerikanische Provider Amerika Movil hat sich die Distributionsrechte in Süd- und Mittelamerika sowie der Karibik gesichert. Gute Nachrichten für Anleger, die Apples Versprechen, heuer zehn Millionen Geräte zu verkaufen, als Grundlage für ihr Investment in die Apfel-Firma sehen. Welches Telefon genau denn nun in Osteuropa, Lateinamerika und Asien funken wird, hat noch keiner verraten. Es wird Apple aber kaum etwas anderes übrig bleiben, als rechtzeitig zur weltweiten Öffnung auch ein UMTS-Telefon auf den Markt zu bringen. Gerade in Europa ist der Absatz eher enttäuschend, wie zuletzt France Telecom zugegeben hat. Anwender wollen sich nicht mit dem langsameren EDGE-Netz zufrieden geben, da hilft auch nicht, dass in Ballungsgebieten die Provider ihre WLAN-Hotspots ausbauen.

Spätestens mit dem UMTS-Telefon wird Apple eine neue Strategie beim Vertrieb einschlagen. Das Modell, in jedem Land nur einem Carrier den Verkauf zu erlauben, so den Verkaufspreis hochhalten und an den Telefongebühren mit verdienen zu können, funktioniert nicht überall. Nicht nur die bis zu 50 Prozent entsperrten Telefone zwingen Apple zu einem Strategiewechsel, sondern vor allem die tradierten Geschäftsmodelle der Mobilfunker. Diese wollen selbst den Preis bestimmen und das Apple-Handy mal mit höherer mal mit niedrigerer Subvention an den Mann oder die Frau bringen. T-Mobile hat es vorgemacht mit seinem auf den ersten Blick sensationellen 99-Euro-Angebot für das iPhone, das freilich nur diejenigen bekommen, die den teuersten Tarif buchen.

Mit T-Mobile und dem französischen Pendant Orange hat Apple langfristige Exklusivverträge, in neue Märkte wird der iPhone-Hersteller aber nur ohne Providerbindung vorstoßen können. Italien soll den Meldungen dieser Woche zufolge das erste europäische Land werden, in dem die Kunden halbwegs freie Wahl haben - zwischen Vodafone und Telekom Italia. Wenn das funktioniert, und daran bestehen wenig Zweifel, gerät auch hierzulande das Exklusivmodell ins Wanken.

Schon bald dürfte Apple das iPhone ohne jedwede Vertragsbindung für einen entsprechend hohen Preis verkaufen und seinen Partnern überlassen, welche Subventionen für welchen Tarif gelten werden. Dem weltweiten Vertrieb wären keine Grenzen mehr gesetzt, die 10 Millionen Geräte ohne Weiteres zu erreichen. An der Hardware verdient Apple gut genug, und nach Veröffentlichung des finalen iPhone SDK und Öffnung des App Store profitiert Apple von kostenpflichtigen Softwaredownloads. Am Montag, den 9. Juni wird Steve Jobs zur Eröffnung der WWDC, die sich weitgehend um das iPhone drehen wird, alles Weitere dazu sagen.

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