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Beängstigend: Elcomsoft Phone Password Breaker jetzt auch für die iCloud

21.05.2012 | 12:35 Uhr |

Dass Elcomsoft seinen Phone Password Breaker zur Entschlüsselung von Passwort geschützten Backups auf iPhones und RIM-Blackberrys nur an staatliche Sicherheitsbehörden ausgegeben will, kann das mulmige Gefühl nur leicht dämpfen.

Denn laut dem russischen Entwickler Elcomsoft kann Phone Password Breaker nicht nur originale Klartext-Passwörter, die verschlüsselte Backups für Apple und Blackberry-Geräte schützt, knacken und damit Adressbücher, Anruflisten, SMS-Archive, Kalender und andere Organizer-Daten, Speicherauszüge der Kamera, Einstellungen von Voice-Mail und E-Mail-Konten, Applikationen, Web-Browsing-History sowie Cache sichtbar machen. Damit lesen die Entschlüssler im digitalen Leben des Users wie in einem offenen Buch. Nun soll es damit auch möglich sein, einen – wie es so schön heißt – ”forensischen Zugang zu iCloud-Backups” zu bahnen. Dazu ist kein physischer Zugriff auf ein iPhone erforderlich, sondern die Daten werden direkt von der Apple-iCloud im Klartext und unverschlüsselt auf den Computer des Ermittlers herunter geladen, verspricht der Entwickler. Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung in etwas brüchigem Deutsch: ”Sicherungskopien von  mehreren Geräten, die mit dem gleichen Apple-ID registriert sind, können mühelos abgerufen werden. Die Ermittler brauchen Apple ID und das Passwort des Benutzers, um Zugriff auf die Inhalte des Online-Backups zu gewinnen.” Und nicht ohne Stolz heißt es von Vladimir Katalov, CEO von Elcomsoft: ”In gewissem Sinne wird Phone Password Breaker eine alternative Möglichkeit,  um Zugriff auf Inhalte und Daten von iOS-Geräten zu bekommen“. Das Password Recovery Tool unterstützt alle Blackberry Smartphones, sowie Apple-Geräte, die mit iOS laufen, inklusive iPhone, iPad und iPod Touch aller  Generationen, inklusive die neuesten iPhone 4 mit iOS 4.x/5.0. Wie das Ganze mit einem physisch vorliegenden iPhone funktioniert, zeigt diese Sonderseite des Entwicklers . Ansonsten heißt es: ”Die Verfügbarkeit dieses Tools ist beschränkt und nur zugelassenen Strafverfolgungsbehörden, forensischen Organisationen, Geheimdiensten, sowie gewissen Regierungsbehörden gewährt” ( //www.elcomsoft.de/PR/iCloud_120515_de.pdf:Pressemitteilung PDF ). Aus den Ausführungen auf der Site zum Toolkit lässt sich entnehmen, dass iPhones mit einem Betriebssystem unterhalb von iOS 4 besser geschützt sind, denn: ”In früheren Versionen von iPhone OS (vor iOS 4) sind Schlüsselbunde mit einem gerätespezifischen Code verschlüsselt geblieben. Aber im neuesten Betriebssystem von Apple, iOS 4, können die Schlüsselbunde in Backups eines Geräts gespeichert werden, die nur mit einem Master-Passwort von einem Backup geschützt sind.” Elcomsoft Phone Password Breaker unterstützt Windows NT4, 2000, XP, Vista und Windows 7 sowie Windows 2003 und 2008 Server. Elcomsoft Phone Password Breaker Pro ist für 199 Euro verfügbar. Eine Home Edition kostet 79 Euro. Offensichtlich bedeutet hier Home Edition jedoch nicht, dass sie für Privatanwender verfügbar ist. Zumindest bleibt das zu hoffen.

Info: Elcomsoft

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