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Datenschützer sehen IP-Adressen als persönliche Daten

22.01.2008 | 13:19 Uhr |

Die Internet-Adressen von Computern müssen nach Ansicht der europäischen Datenschützer als persönliche Daten angesehen werden.

Die Datenschützer widersprachen damit am Montag im Europa-Parlament der Argumentation von Vertretern der Internet-Industrie. «In diesem Zeitalter zu sagen, IP-Adressen sind nicht personenbezogen, das ist nicht möglich», meinte der deutsche Datenschutzbeauftragte Peter Schaar, der die Arbeitsgruppe seiner EU-Amtskollegen vertritt.

Auch die Vertreterin der niederländischen Datenschutzbehörde, Sjoera Nas, betonte: «IP-Adressen müssen als persönliche Daten angesehen werden.» Der Nutzer müsse zudem erfahren, wie die verschiedenen genutzten Dienstleistungen eines Anbieters miteinander verknüpft werden. Die Zusammenhänge von Internet-Nutzung und interaktiver Werbung seien für viele Verbraucher aber nur schwer durchschaubar, sagte Cornelia Kutterer vom europäischen Verbraucherschutzverband BEUC. Vertreter der Industrie wiesen die Bedenken zurück. Google scanne die Inhalte von Emails seiner Kunden unter anderem, um ihnen passende Werbung zu schicken, sagte Konzernvertreter Peter Fleischer. «Jeder Verbraucher merkt das in einer Sekunde.» Der Google-Vertreter sprach sich zugleich gegen einen generellen Schutz von IP-Adressen aus: «Die Frage, ob IP-Adressen persönliche Angaben sind, kann man nicht mit Ja oder Nein beantworten», sagte Fleischer. (dpa)

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