1037654

Aigner wirft Facebook Gesetzesbruch vor

19.07.2010 | 07:07 Uhr |

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) attackiert das Internet-Netzwerk Facebook weiter wegen Verstößen gegen den Datenschutz.

Das Unternehmen besorge sich Daten von Menschen, die das Netzwerk gar nicht nutzten, kritisierte Aigner im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Facebook ist zu einem Einwohnermeldeamt für die ganze Welt geworden", sagte die CSU-Politikerin. Sie habe ein Problem damit, wenn ein Teil der Gewinne des Unternehmens "auf der Verletzung bestehender Gesetze beruht". Nach Angaben von Aigner ließ die Firma eine Software entwickeln, um Kontaktdaten von iPhones-Mobiltelefonen direkt auf Facebook zu übertragen. "Wenn meine engsten Mitarbeiter beispielsweise ihr iPhone synchronisieren würden, landet meine geheime Handynummer samt Mail-Adresse bei Facebook, ohne dass ich es erfahre." In ihrem Ministerium hätten sich Ärzte, Psychologen und Anwälte gemeldet, die bestürzt seien über diesen Datenabgleich.

So sei ein Psychotherapeut besorgt gewesen, weil seine Patienten Listen von Freundschaftsvorschlägen bekamen, auf denen auch die Namen weiterer Patienten auftauchten. "Wer bei wem in Therapie ist, ist doch keine Information für die Öffentlichkeit", sagte Aigner. Die Ministerin erwartet von dem sozialen Netzwerk, dass keine Telefondaten von Personen gespeichert werden, die Facebook selbst nicht nutzen. Wegen der Datenschutz-Verstöße hat Aigner vor kurzem ihre Mitgliedschaft bei Facebook beendet.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1037654