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Datenschützer: Google scannt illegal Funknetze

23.04.2010 | 07:29 Uhr |

Neuer Ärger für Googles Kartendienst Street View: der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar wirft Google vor, mit seinen Fahrzeugen nicht nur die Umgebung zu fotografieren, sondern «rechtswidrig» Daten über Funknetze zu erfassen.

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Google wies die Vorwürfe zurück und hält sein Vorgehen für legal. «Die Erfassung von WLAN-Daten ist weder etwas Neues, noch ist es etwas, was nur Google macht», erklärte Google-Sprecher Kay Oberbeck. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) forderte Aufklärung. «Google muss die Karten auf den Tisch legen», sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur dpa. Google solle mitteilen, welche Daten erfasst würden und wie sie vermarktet werden sollen. «Es ist höchst zweifelhaft, wenn ein Unternehmen solche privaten Einrichtungen wie WLAN-Netze ortet und speichert ohne Wissen der Bürger.» Google sei offenbar unsensibel im Hinblick auf den Schutz personenbezogener Daten. Der Suchmaschinenanbieter erklärte, Google habe nie ein Geheimnis darum gemacht, dass das Unternehmen wie andere auch solche Netzdaten erfasst. «Diese Art von Daten werden seit Jahren von verschiedenen - darunter auch deutschen - Unternehmen gesammelt.»

Datenschützer Caspar hält das Vorgehen von Google dennoch für «nicht akzeptabel», weil dabei personenbezogene Daten erhoben würden. Damit sei es «rechtswidrig». Neben dem Verschlüsselungsstatus der Geräte und einer eindeutigen Seriennummer (MAC-Adresse) werde auch der vom Nutzer vergebene Name der Funkstation (SSID) gespeichert. Vor allem Privatnutzer würden beim SSID-Namen oft ihren Klarnamen oder andere Informationen angeben, die auf sie hinweisen. Damit könne ein Netz konkret den Bewohnern zugeordnet werden können. (dpa)

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