1035966

Google händigt private WiFi-Daten in Europa aus

07.06.2010 | 11:32 Uhr |

Die seit 2007 illegal gesammelten Privatinformationen über ungesicherte Funknetzwerke (WLAN), E-Mail-Nachrichten und Webzugriffe sollen in den nächsten Tagen an die Datenschutzbehörden in Deutschland, Frankreich und Spanien übergeben werden.

Google Logo
Vergrößern Google Logo

Entgegen ursprünglicher Aussagen will Google jetzt doch die gesammelten Privatdaten über offene Funknetzwerke an die jeweiligen Behörden weitergeben. Seit über drei Jahren sammelte Google diese Informationen und ein Pressesprecher hat nun am letzten Donnerstag angekündigt, dass innerhalb der nächsten Tagen die Daten ausgehändigt werden.

Noch in der letzten Woche stritt Google sich mit der Stadt Hamburg, ob die Datenübergabe überhaupt legal sei. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Hamburg forderte sowohl Zugang zu den Google-Fahrzeugen als auch auf die Festplatten, auf denen die Daten original abgespeichert sind. Die legalen Fragen scheinen mittlerweile fristgerecht im gesetzen Ultimatum geklärt, denn Google berichtete gegenüber der Financial Times am Donnerstag , dass alle angeforderten Daten an die jeweiligen Behörden in Deutschland, Frankreich und Spanien ausgehändigt werden.

Google konnte bisher nicht zufriendenstellend erklären , warum Daten über ungeschützte Netzwerke überhaupt gesammelt wurden, und sogar E-Mails und Privatdaten über Webseitenzugriffe abgehört und aufgezeichnet wurden. In einem Blog vom 14. Mai verweist Google lediglich darauf, dass ein Entwickler eigenmächtig in 2006 diese Funktionen in einer Betaversion von Street View implementierte und diese anschließend unbeabsichtigt übernommen wurden. Ursprünglich hatte Google es glatt abgestritten , diese Daten jemals gesammelt zu haben. - lediglich zur Verbesserung der Positionsbestimmung (Geo-Tagging) sollten Informationen gespeichert werden. Seit Mai wurden international gleich sechs Ermittlungen gegen Google eröffnet.

Google plant, im nächsten Monat seine Richtlinien für Privatdaten zu überarbeiten. Außerdem sollen in Sachen WiFi-Datensammeln die Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung veröffentlicht werden. Googles CEO Eric Schmidt hat bereits in dem Bericht an die Financial Times zugegeben, dass die Firma "völligen Mist gebaut hat."

0 Kommentare zu diesem Artikel
1035966