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TU Wien bestätigt: iPhone-Apps spionieren Nutzer aus

02.02.2011 | 15:52 Uhr |

Ein Forscher an der TU Wien hat laut IT-Magazin Futurezone herausgefunden, dass 55 Prozent von insgesamt 1407 untersuchten iPhone-Apps die jeweilige Gerätenummer an App-Entwickler oder Werbefirmen übermitteln. Dies entspricht Ergebnissen anderer Studien.

iPad Apps im App Store
Vergrößern iPad Apps im App Store

Gegen Apple ergeht in Kalifornien eine weitere Datenschutzklage , weil der Hersteller der Mobilgeräte es gestatte, dass persönliche Daten der iPhone- und iPad-Nutzer ohne deren Einverständnis an Entwickler weitergeben werden und Firmen dies zum Beispiel zu gezielten Werbezwecken missbrauchen könnten. Insbesondere die UDID (Seriennummer) des Geräts soll dabei an die Entwickler der Apps übermittelt werden. Wie das österreichische Online-Magazin Futurezone.at nun berichtet, haben Untersuchungen der TU Wien dies bestätigt: Nicht nur werde die Gerätenummer übertragen, sondern diese würden auch mit anderen Daten, etwa der Datenbank bei Facebook, verknüpft. "Wenn man diese Daten miteinander kombiniert, können Werbeunternehmen Persönlichkeitsprofile erstellen, weil sie über einen mächtigen Pool an Daten verfügen", so Studienautor Manuel Egele im Gespräch mit Futurezone. Auch GPS-Daten oder ganze Adressbücher wie der US-Lokalisierungsdienst Gowalla würden einige Apps übermitteln. Gerade bei GPS-Daten bedürfe es zwar der vorherigen Zustimmung durch den Nutzer - aber dieser sei sich "oft nicht bewusst, dass er dadurch Werbefirmen einen permanenten Zugriff auf seinen Aufenthaltsort ermöglicht", so Egele weiter. Was die Firmen mit den Daten wirklich machen, wisse keiner. Im alternativen Cydia-Store für iPhones mit Jailbreak sei das Problem zwar insgesamt geringer einzustufen. Hier würden lediglich vier Prozent die Gerätenummer übermitteln. Dafür habe man dort mit der App Smartphone einen besonders üblen Vertreter seiner Gattung aufgespürt, der sogar Fotos und den Browser-Verlauf aus Safari sende. Die Forscher haben zur Analyse, ob iPhone-Apps die Privatsphäre verraten, eigens die Software PiOS entwickelt, die man später auch der Öffentlichkeit zugänglich machen wolle.

Info: Futurezone.at

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