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Das Netz vergisst nichts - mehr Datenschutz gefordert

24.02.2009 | 11:15 Uhr |

Die Daten von Nutzern soziale Netzwerke sollen besser geschützt werden. So wird überlegt, ob Unternehmen die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer benötigen sollen, um Daten weiter zu geben. Zudem soll ein Datenschutzsiegel helfen.

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Der Begriff Privatsphäre erhält im Internet eine neue Dimension. Junge Menschen offenbaren dort in sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ zunehmend Details aus ihrem Leben. Einer Umfrage des Instituts Forsa zufolge veröffentlichen zwei Drittel der 14- bis 29-Jährigen Bilder und Texte über sich im Internet. Doch was geschieht mit privaten Daten, wenn sich jemand aus einem Netzwerk wieder abmeldet? Die Nutzer von Facebook protestierten in der vergangenen Woche erfolgreich gegen eine Änderung der Nutzungsbedingungen. Danach hätte das Unternehmen solche Daten weiter speichern dürfen. Aus der Politik kommen nun erste Forderungen nach einem strikteren Schutz der Privatsphäre in solchen Netzwerken.

Persönliche Informationen im Netz

Bereits 23 Prozent der Menschen in Deutschland sind nach der Umfrage im Internet mit persönlichen Informationen vertreten. Vor einem Jahr waren es noch 18 Prozent. Überwiegend junge Nutzer stellen Steckbriefe in die sozialen Netzwerke ein. Viele bedenken dabei nicht, dass diese Informationen für künftige Arbeit- oder Kreditgeber sehr aufschlussreich sein können. Auch Unternehmen profitieren von dieser Datenfülle: Sie können individuell zugeschnittene Werbung bei den Nutzern platzieren.

Mit einer Abmeldung werden "der Account des Nutzers und alle personenbezogenen Daten dauerhaft gelöscht", zitiert eine Sprecherin von StudiVZ die Geschäftsbedingungen ihres Unternehmens. 13 Millionen Mitglieder tummeln sich auf den drei Portalen der Firma. Der Sprecher von RTL interactive, Thomas Bodemer, sagt über das Netzwerk wer-kennt-wen.de mit 5,6 Millionen Mitgliedern, das Profil jedes Nutzers werde "bei der Abmeldung unwiderruflich gelöscht" und könne von anderen Nutzern nicht mehr abgerufen werden.

Damit entsprechen die beiden größten sozialen Netzwerke in Deutschland zwar einer Forderung zur Änderung des Datenschutzgesetzes, die die Grünen Anfang März in den Bundestag einbringen wollen. Ein Qualitätssiegel für soziale Netzwerke wäre aber "ein erster Schritt", um den Nutzern mehr Sicherheit zu bieten, sagt die Grünen-Abgeordnete Nicole Maisch. "Viele Kinder und Jugendliche sind sich nicht darüber bewusst, dass das Netz nichts vergisst." Der Antrag ihrer Fraktion sieht zudem vor, dass Daten von Mitgliedern "nur bei ausdrücklicher vorheriger Einwilligung" an Dritte weitergegeben werden dürften.

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