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Dell geht Preisschlachten in Deutschland aus dem Weg

01.03.2004 | 10:17 Uhr |

Der weltgrößte Computer-Hersteller Dell will sich trotz seiner relativ schwachen Position im deutschen PC-Markt auf keine Preiswettkämpfe einlassen.

«Wir betreiben nur profitable Geschäfte», sagte der Geschäftsführer der Dell GmbH, Mathias Schädel (43), in einem dpa-Gespräch in Langen. «Es ist ziemlich einfach, sich zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit Marktanteile zu kaufen.» Der Preisverfall im Handel werde allerdings nur durch Kompromisse bei der Qualität oder Verluste der Hersteller ermöglicht. «Das macht Dell nicht.» Auf der weltgrößten Computermesse CeBIT (18. bis 24.3.) wird das Unternehmen wie bereits in den Vorjahren nicht vertreten sein.
Dell lag 2003 mit einem Marktanteil nach Stückzahlen von 7,1 Prozent bei den Computer-Herstellern auf Rang vier, hinter den Konkurrenten Fujitsu Siemens, Hewlett-Packard (HP) und dem Aldi- Lieferanten Medion. Trotz zweistelligen Wachstums spielt das Unternehmen in Deutschland die sonst eher ungewohnte Rolle des Außenseiters. Mittelfristig strebe Dell dennoch die Marktführerschaft an, sagte Schädel. «Vor allem im gehobenen Mittelstand und bei Kunden im öffentlichen Sektor wachsen wir überproportional.» Übernahmen seien nicht geplant. Umsatz und Ergebnis für den deutschen Markt nennt das Unternehmen nicht.
Mit der Erweiterung des Angebots um Zubehör wie zum Beispiel Drucker und mehr Service will Dell neue Firmenkunden locken. Das Geschäft mit Privatkunden macht nur etwa zehn Prozent des Umsatzes aus. Ein Grundsatz sei, standardisierte Produkte anzubieten - auch im Bereich der Dienstleistungen, der ausgebaut werden soll. Schädel rät Firmen aber davon ab, ihre Informationstechnologie komplett auszulagern: «Die Unternehmen verlieren ihr Know-How und sind auf Gedeih und Verderb an einen Partner gefesselt.» Anders als die Konkurrenten IBM oder HP sei Dell daher nicht im Outsourcing aktiv.
Bei Dell betreuen insgesamt 1100 Mitarbeiter den deutschen Markt, davon arbeiten 500 in einem Call-Center in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Dell betreibt keine aufwendige Werbung und verkauft seine Produkte nur über den Direktvertrieb per Telefon und Internet. Die Service-Mitarbeiter kennen daher die Komponenten jedes einzelnen Rechners und können nach Schädels Angaben in drei von vier Fällen ein Problem ohne eine Reparatur vor Ort lösen.
Mit Unterhaltungselektronik will sich Dell ein weiteres Standbein zulegen und angestammten Wettbewerbern Marktanteile abtrotzen. In Deutschland sind seit Dezember ein Flachbildfernseher und ein Multimedia-Projektor erhältlich. Weitere digitale Produkte sollen noch in diesem Jahr folgen, konkrete Ankündigungen will Schädel jedoch nicht machen. Der in den USA angebotene MP3-Player mit einem Online-Dienst zum Herunterladen von Musik ist hier zu Lande noch nicht zu haben. «In Europa sind andere lizenzrechtliche Fragen zu berücksichtigen. Wir warten erstmal ab», meinte der Manager.

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