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Den Partner per Handy ausspionieren

02.02.2007 | 10:27 Uhr |

Einige Internetanbieter wie "mistavista" bieten einen Service an, mit dem man Handys orten kann. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, kritisiert diese Praxis. Damit ließe sich auch der Partner unbemerkt ausspionieren.

Handys können zur heimlichen Ortung missbraucht werden.
Vergrößern Handys können zur heimlichen Ortung missbraucht werden.

Wer einen Ortungsservice in Anspruch nehmen möchte, muss sich lediglich bei dem jeweiligen Anbieter anmelden und eine SMS von dem zu überwachenden Handy schicken. Diese Praxis kritisiert der Datenschützer Peter Schaar und sieht die Gefahr, dass Nutzer ihre Lebenspartner ungefragt ausspionieren. "Schließlich ist es nicht allzu schwer, ohne dessen Wissen an das Handy des Partners zu kommen und von dort eine Einverständnis-SMS zu senden. Missbrauch ist damit vorprogrammiert", so Schaar gegenüber NDR Info.

Auch die Anbieter selbst schließen einen Missbrauch nicht aus. "Und natürlich ist es auch schon vorgekommen, dass ein eifersüchtiger Ehemann das Handy seiner Partnerin geortet hat", heißt es bei "trackyourkid". Der Anbieter verweist darauf, dass man den Aufenhaltsort nicht genau ermitteln könne. Der Service ermittelt nur den jeweiligen Sendemast – das kann zwischen 50 und 300 Meter genau sein.

Wesentlich genauer arbeitet da die Technik GPS (Global Positioning System), mit der immer mehr mobile Geräte und Handys ausgestattet werden. Damit wird ein metergenaues Orten ohne Probleme möglich. Daher will Schaar die heimliche Ortung unter Strafe stellen. Der Bundesdatenschützer berät darüber derzeit mit dem Bundesjustizministerium. Heimliche Ortung sei kriminell, sagte Schaar, und müsse mit einer Geldstrafe oder in schweren Fällen mit einer Haftstrafe geahndet werden.

Info: Bundesdatenschutz

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