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Twitter erholt sich von Internet-Attacke

10.08.2009 | 06:56 Uhr |

Der Kurznachrichtendienst Twitter ist nach einer Internet-Attacke am Freitag wieder weitgehend erreichbar. Teilweise könne der Dienst im Laufe der Erholung aber noch beeinträchtigt sein, teilten die Betreiber mit.

«Wir haben hart daran gearbeitet, die Plattform wieder technisch stabil zu bekommen», hieß es in einem Blog-Eintrag des Dienstes. Die Attacke habe aber gezeigt, dass den Betreibern noch eine Menge technischer Arbeit bevorstehe. Die Daten der Nutzer seien aber zu keiner Zeit in Gefahr gewesen, hieß es.

Der populäre Micro-Blogging-Dienst war am Donnerstagnachmittag nach einer sogenannten Denial-of-Service-Attacke über Stunden völlig blockiert gewesen. Auch das soziale Netzwerk Facebook war von der Attacke betroffen. Ziel war nach ersten Erkenntnissen vermutlich ein Nutzer aus Georgien. Solche Angriffe, kurz auch DoS-Attacke genannt, sind in der Internet-Branche bekannt, aber soziale Netzwerke gehörten bislang eher nicht zu den Opfern von Hackern.

Nach Angaben von Max Kelly von Facebook hatten es die Angreifer auf einen bestimmten Nutzer aus Georgien abgesehen. «Es war eine zeitgleiche Attacke auf eine Reihe von Plattformen, um dessen Beiträge zu stoppen», sagte Kelly dem Branchendienst «cnet». Auch die Internet-Seiten LiveJournal sowie Googles Blogger-Site und YouTube seien attackiert worden. Der besagte Mann aus Georgien nutze unter dem Namen einer georgischen Stadt alle diese Seiten. Während Google die Angriffe auf seine Seiten technisch noch gut abfedern konnte, war Twitter über mehrere Stunden komplett blockiert.

Zunächst war unklar, wer und welche Gründe hinter dem Angriff stecken. Vermutlich sei der Angriff aus politischen Motiven erfolgt, sagte Joris Evers, Sprecher der IT-Sicherheitsfirma McAfee der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. «Es könnte auch Teil einer betrügerischen Erpressung sein.» An Spekulationen wollte sich Facebook-Sprecher Kelly nicht beteiligen. Aber man müsse bei der Frage nach den Verursachern danach fragen, wer von diesem Angriff am meisten profitiere und die Interessen aller anderen betroffenen Internet-Nutzer missachte, sagte Kelly.

Bei einer Denial-of-Service-Attacke wird ein Server allein dadurch in die Knie gezwungen, dass er mit einer gezielten Aussendung von massenhaften Anfragen überlastet wird. In der Regel kapern Hacker dafür heimlich zuvor Tausende Computer, die dann für den Angriff zu einer bestimmten Zeit aktiviert werden. (dpa)

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