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Denkansätze: Spiele steuern per Gehirn

21.07.2008 | 08:07 Uhr |

Die Bewegungssteuerung aktueller Spiele für iPhone und iPhone Touch funktioniert meist über Bewegungssensoren, Nintendo hat das mit der Spielekonsole Wii bereits vorgemacht. Doch die nächste Revolution im Spielemarkt steht bereits an: Noch vor Ablauf des Jahres will die australische Firma Emotiv das erste Headset auf den Markt bringen, mit dem man Spiele kraft seiner Gedanken steuert.

Ganz so weit allerdings ist die Technik noch nicht, die durchaus Erinnerungen an Science Fiction-Geschichten weckt. In einem Interview mit der Times träumt Nintendo-CEO Saturo Iwata vom einem nächsten großen Streich, der eines Tages die Branche revolutionieren soll: "Sobald wir in unserem Gehirn etwas denken, taucht es auf dem Videospiel auf". Eine Illusion? Das Epoc -Headset ist anscheinend keine Illusion, Hersteller Emotiv steht nach eigenen Angaben kurz vor der Markteinführung. Es verfügt über 16 Sensoren, die auf der Kopfhaut aufliegen und anhand elektrischer Spannungsschwankungen die Aktivität des Gerhirns messen. EEG, Elektroenzephalografie, nennt solch eine Methode die klinische Diagnostik. Mit dem EPOC-Headset soll der Spieler über seine Gedanken am Bildschirm Objekt drehen, drücken, ziehen und hochheben können - rudimentäre Bewegungen, für die er auf dem iPhone beispielsweise den Touchscreen verwenden würde. Tests haben ergeben, so die Times, dass die Technik funktioniert. Allerdings sei das bislang nur "Spitze des Eisberges", fügt Emotiv-Mitgründer Tan Le hinzu: Wenn es darum gehe, das Gehirn für Bewegungsabläufe am Computer zu verwenden, sei dies erst der Anfang. Redakteure wie Herr Meiners werden dennoch erst einmal weiter in ihre Tastatur tippen müssen - lediglich einfache Funktionen wie Zoomen, Blättern und Scrollen könnten in absehbarer Zeit auch am Mac möglich sein. Nintendo-Chef Iwata allerdings glaubt nicht einmal daran: Seiner Meinung nach sei die Technik dafür noch nicht entwickelt genug, man müsse in Zeiträumen von bis zu 20 Jahren denken. Lange ist es nicht mehr hin bis zum Ende des Jahres - man wird sehen, ob Emotiv Wort hält. Spannend dürfte dann sein, was solch ein Headset kosten soll - noch hüllt sich der Hersteller zur Preisfrage in Schweigen.

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