1451024

Kartellklage gegen Apple und fünf Buchverlage

12.04.2012 | 07:12 Uhr |

Das US-Justizministerium (Departement of Justice, DOJ) hat Klage gegen Apple und fünf Buchverlage wegen illegaler Preisabsprachen für E-Books eingereicht.

Gericht-Urteil
Vergrößern Gericht-Urteil

Neben Apple sitzen auf der Anklagebank die Verlage Hachette, Harper Collins, Macmillan, Penguin und Simon & Schuster. Die Firmen sollen sich verabredet haben, die Preise für elektronische Bücher zu steigern, um gegen Amazons Preispolitik, bei der jedes E-Book 9,99 US-Dollar kosten sollte, vorzugehen.

Die Klage wirft den Firmen vor, den Wettbewerb behindert und Kunden damit geschadet zu haben, erklärt Generalstaatsanwalt Eric Holder. In Folge dieser Konspiration hätten Kunden "Millionen von US-Dollar zuviel" für elektronische Bücher bezahlt. Hachette, Harper Collins sowie Simon & Schuster hätten dem DOJ bereits signalisiert, sich auf einen Vergleich einlassen zu wollen. Dabei würden die Verlage den Retailern - wie etwa Amazon - bei der Preisgestaltung freie hand lassen.

Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine Preisbindung für Bücher. Der Vergleich würde zudem verbieten, dass Verlage in den nächsten fünf Jahren sich über ihre Preispolitik abstimmen. Das DOJ will zudem Preisabsprachen mit Apple aufdecken und diese verbieten. Als Beweis führen die Ankläger eine Schreiben des mittlerweile verstorbenen Apple-CEO Steve Jobs an, der einem Verlagsmanager in einer E-Mail angeboten haben soll, mit Apple gemeinsam einen Preis zwischen 13 und 15 US-Dollar für populäre Bücher im digitalen Format zu erzielen.

Apple hat zu der Klage keinen Kommentar gegeben. Der Klage des DOJ schließen sich 16 US-Bundesstaaten an, auch die EU-Kommission untersucht seit Dezember den Fall.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1451024