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Der Asteroid, der nie einschlug - oder: Apples Kanarienvogelfalle

07.03.2007 | 10:30 Uhr |

Dass Apple falsche Fährten legt, um Informationsleck im Unternehmen zu finden, gilt als gelebte Praxis - wie Apple es genau macht und ob überhaupt, dem geht Wired-Kollumnist Leanard Kaheney auf die Spur. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Apple hat ihm einige Detailinformationen zum damaligen Asteroid-Projekt verraten, jenem Audio-Interface, das nie den Markt erblickt hat.

"Mit einem echten Produkt", so der hochrangige Ex-Mitarbeiter gegenüber Wired , "hätte Apple die Kanarienvogelfalle nie aufgestellt - aber mit dem Phantasiegerät wusste Steve, wem er welche Informationen gegeben hat." Kaheney hegt aber Zweifel daran, ob es sich bei Asteroid tatsächlich bloß um eine solche Falle gehandelt habe, mit der man "singende" Verräter enttarnen will. Dann hätte sie ja zuschnappen müssen, doch stattdessen hat sich der Hersteller einen längeren und Aufsehen erregenden Rechtsstreit mit zwei Online-Magazinen zur Demaskierung ihrer Tippgeber geliefert und verloren. Apple, so der Wired-Autor, macht es wie jeder andere Hersteller auch: Man benutzt Codenamen und bindet Mitarbeiter, externe Dienstleister und zum Teil auch die Presse mit Verschwiegenheitserklärungen an die Geheimhaltung. Die Geheimniskrämerei sei letztlich bloß der Garant für die mediale Öffentlichkeit: Die Weltpresse stürzt sich auf das Ereignis einer Neuvorstellung von Apple - und der Konzern spart sich Werbegelder in Millionenhöhe. Das habe Steve Jobs 1984 von John Scully gelernt - und die Markteinführung des ersten Macintosh im selben Jahr war das erste so aufgezogene Event Marketing gewesen.

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