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Der Fotofilm hat trotz Digitalkamera-Booms eine Zukunft

24.02.2005 | 11:17 Uhr |

Die Verkaufszahlen der Digitalkameras wachsen so rasant, dass auf den ersten Blick kaum eine Zukunft für den altmodischen Fotofilm bleibt. Vier von fünf hier zu Lande verkauften Fotoapparate sind heute digital. 2004 haben die Deutschen etwa sieben Millionen solcher Chipkameras angeschafft. In diesem Jahr dürften weitere acht Millionen hinzukommen.

Die neuesten Modelle werden auf der Computermesse CeBIT (10. bis 16. März in Hannover) zu sehen sein. Beständig fallende Preise tragen zur Verbreitung der Digitaltechnik bei. Es wird sogar spekuliert, ob die Produktion von Kameras für die klassische Filmpatrone überhaupt noch lohnt.

Der Verkauf der Filmrollen ging im vergangenen Jahr um rund 15 Prozent auf 133 Millionen zurück, berichtet der deutsche Photoindustrie-Verband. Doch ebenso wenig wie das Fernsehen das einst erwartete Ende der Zeitung bedeutete, scheinen die digitalen Bilderfänger das Negativ ganz zu verdrängen. «Keine Chance, der Film wird bleiben», sagt Barbara Wolff, Sprecherin von Linhof, der 1887 gegründeten ältesten Kamera-Fabrik der Welt aus München.

Dies sei schon allein durch den hohen Stellenwert der Fotografie im internationalen Kunstmarkt sicher. Dort seien großformatige Negative und Abzüge gefragt. Die schweren Profikameras aus München werden mit Planfilmen bis zum Format 20 mal 25 Zentimeter bestückt solche Negative ergeben eine bei digitalen Sensoren völlig undenkbare Qualität. Allerdings könne es sein, dass das Filmsegment künftig kleiner, teurer und elitärer werde. «Die breite Masse wird digital fotografieren», erwartet Wolff.

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