1459705

Der Herr der Rechte – „Die zwei Körbe“

11.05.2006 | 15:20 Uhr |

Im Herbst 2003 trat die erste Novellierung des deutschen Urherberrechtes in Kraft. Erst im „zweiten Korb“ klärte das Bundesjustizministerium einige bis dato zurück gestellte Fragen. Wir legen dar, wie sich die Rechtslage beim Umgang mit digitalen Inhalten ändern wird, wenn der im März vorgestellte Gesetzesentwurf in Kraft tritt.

Die meistdiskutierte Frage unter Mac- und PC-Anwendern zur Novellierung des Urheberrechts: Bleiben Privatkopien von Musik, Filmen und Software legal und unter welchen Voraussetzungen kann man sie weiter geben?

Bislang durfte man als berechtigter Nutzer bis zu sieben digitale Kopien etwa eines Musikstücks anfertigen und diese im Kreise der Familie und an enge Freunde unentgeltlich weitergeben – etwa in Form von Mix-CDs. Die beruhigende Antwort auf die drängende Frage: Privatkopien bleiben weiterhin erlaubt.

Jedoch schränkt das neue Urheber-recht das private Kopieren jetzt ein. Bisher galt, dass man keine Kopien von einer offensichtlich rechtswidrigen Vorlage herstellen durfte – hier hatte der Gesetzgeber vor allem Filesharing-Systeme wie Kazaa und Limewire im Auge. Dabei übersah die Regelung den Fall, dass ein Nutzer eine rechtmäßige Privatkopie seiner Musik-CD macht, diese dann aber unrechtmäßigerweise im Internet zum Download zur Verfügung stellt. Diese Kopie ist dann nicht rechtswidrig hergestellt, aber rechtswidrig genutzt. Künftig sollen daher schon Kopien illegal sein, die aus einem offensichtlich rechtswidrigen Angebot stammen. Da kein Privatanwender über die Internet-Verbreitungsrechte für Songs von Madonna, den Beatles oder den Rolling Stones verfügt, ist es also offensichtlich rechtswidrig, wenn diese in einer Tauschbörse zu finden sind, die weitere Vervielfältigung also illegal.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1459705