937777

Der Intel-Insider: Was war, was ist, was kommt (2)

14.06.2005 | 10:00 Uhr |

Die Markteinführung des Pentium 1993 war für Intel ein großer Erfolg – aber erst zwei Jahre später zeigte er dem Power-PC die Zähne: mit der P6-Architektur und Out-of-Order-Execution mausert er sich zum Pseudo-RISC-Prozessor.

Intel inside Powermac G5 (Montage)
Vergrößern Intel inside Powermac G5 (Montage)

Die Einführung des Pentium 1, dem ersten Chip, der einen Namen hatte und nicht nur aus einem Zahlencode bestand, war 1993 ein großer Erfolg für Intel. Bei diesem Chip kam Intel erstmalig auf die Idee, die CISC-Instruktionen des uralten x86-Befehlssatzes, der 1978 mit dem 8086 eingeführt wurde, im Chip in kleine RISC-artige Instruktionen zu zerlegen, um diese schneller abzuarbeiten. Der Ansatz von RISC (Reduced Instruction Set Computing) sieht vor, den Befehlssatz eines Prozessors und seine Eigenintelligenz auf das Wichtigste zu reduzieren. Im Gegenzug kann die CPU die kurzen Instruktionen sehr schnell abarbeiten, der Compiler erledigt die Optimierung. CISC, Complex Instruction Set Computing, wurde eingesetzt in den x86-Prozessoren bis hin zum Pentium und auch in den 68k-Prozessoren von Motorola bis zu Apples Umstieg auf den Power-PC 601. Dieser komplexe Befehlssatz hatte viele Befehle, die jedoch selten benutzt wurden und die sehr lang zur Abarbeitung brauchten. Der Pentium hatte standardmäßig eine x87-Fließkommaeinheit integriert, die beim 486er noch optional war, beim 386er war sie sogar ein gesonderter Chip. Eine Fließkommaeinheit bringt beim Rechnen mit Nachkommastellen höhere Leistung, besonders Divisionen sind ohne Fließkommaeinheit sehr zeit- und rechenaufwändig.

Der Pentium Pro und die P6-Architektur: der große Wurf

Aber erst mit dem zwei Jahre später parallel für den High-End-PC-Sektor veröffentlichten Pentium Pro und seiner P6-Architektur wurde Intel wirklich erwachsen und konnte den RISC-CPUs wenigstens entfernt Konkurrenz machen. Denn erst der Pentium Pro bot zu RISC-Prozessoren wenigstens entfernt vergleichbare Fließkommaleistung. Viele Jahre lang war eine gute Fließkommaperformance bei PC-Kompatiblen Intels Domäne, AMD konnte hier erst viel später mit dem Athlon konkurrieren. Der Pentium Pro führte auch erstmals bei Intel die Out-of-order Execution ein. Das bedeutet, der Prozessor musste die Instruktionen nicht mehr streng der Reihe nach abarbeiten, sondern konnte die Reihenfolge intern umstellen: So erreichte Intel eine bessere Prozessorauslastung.

Das P6-Design war ein großer Wurf für Intel und wird von vielen Experten als Intels innovativstes und effizientestes CPU-Design angesehen. Erst mit dem Pentium Pro zeigten Hersteller von High-End-Software Interesse an PCs und Windows, große 3D-Pakete wie Softimage oder Alias Maya wurden von Silicon Graphics Rechnern portiert, Microsoft half bei der Portierung von Softimage durch einen temporären Aufkauf der Firma nach.

0 Kommentare zu diesem Artikel
937777