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Der Intel-Insider: Was war, was ist, was kommt (3)

15.06.2005 | 10:00 Uhr |

Alles, was zählt, ist Megahertz: Mit dem Pentium 3 knackt Intel die Gigahertz-Marke und mit der Netburst-Architektur im Pentium 4 attackiert Intel den Hersteller AMD. Der ist mit dem Athlon-Prozessor stets ein paar Takte voraus.

Intel inside Powermac G5 (Montage)
Vergrößern Intel inside Powermac G5 (Montage)

P6 hoch drei: Der Pentium 3 und die Gigahertz-Marke

Noch weniger Änderungen als der Schritt vom Pentium 1 zum P2 brachte 1999 der Pentium 3, welcher ebenfalls auf der P6-Architektur basierte. Mit diesem Chip führte Intel allerdings die Befehlssatz-Erweiterung SSE ein, welche erstmalig SIMD mit Fließkommazahlen beherrschte, dies allerdings nur mit einfacher Präzision (32 Bit breit). SSE macht – mit angepassten Programmen – das System deutlich schneller, Intels Versprechen, SSE würde sogar das Internet schneller machen, war allerdings nicht mehr als eine laue Marketingnummer.

Dank höherem Takt, den Intel größtenteils durch die Umstellung auf den Kupfer-Fertigungsprozess erreichte, war es der Pentium 3, mit dem Intel im Jahr 2000 die Gigahertz-Marke knackte. Der Gigahertz-Pentium war allerdings einer von Intels gelegentlichen „paper launches“, also ein Start, der nur auf dem Papier stattfand. Intel tat dies aus Prestige-Gründen, um Konkurrent AMD Paroli bieten zu können, der GHz-Pentium 3 selbst war viele Monate real nicht verfügbar. Der Pentium 3 bleibt durch seine Werbekampagne in Erinnerung, denn in dieser traten erstmals die „Bunny People“ auf, fröhliche Ingenieure in Reinraumkleidung. Auch in Apples Power-PC-Werbekampagne fanden sich die Bunny People wieder, allerdings leicht versengt: Dem P3-Chip wurde eine ungewöhnliche Wärmeentwicklung unterstellt.

Netburst und der Pentium 4: Alles, was zählt, ist Megahertz

Da der Pentium 3 bei einem Prozessortakt von einem Gigahertz ausgereizt war und ein 1,13 GHz-Modell wegen fehlerhafter Funktion zurückgerufen werden musste, veröffentlichte Intel kurz danach ebenfalls im Jahr 2000 den Pentium 4 mit einem völlig neuem Design. Die „Netburst“ genannte Architektur hatte viele neue Features, wurde aber primär für einen Zweck entworfen: extrem hohe Taktraten zu erreichen. Einige interessante, geplante Features hat Intel gestrichen, so dass fast nur noch der hohe Takt übrig blieb, was viele Insider eher der Marketingabteilung als ihren Chip-Designern zusprechen.

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