Apple vertreibt das iPhone in den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit jeweils einem exklusiven Mobilfunkprovider. In Deutschland landet es deshalb vor Gericht. Vodafone, das im Vorfeld mit Apple über eine mögliche Partnerschaft verhandelt hatte, verklagt den Konkurrenten T-Mobile.
Das Unternehmen erwirkt eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Hamburg und will gerichtlich prüfen lassen, ob die exklusive Bindung des Apple-Handys an das Netz von T-Mobile rechtens ist. Vodafone fürchtet, dass andere Handyhersteller wie Nokia und Motorola dem Beispiel von Apple folgen und einen Anteil am Umsatz der Mobilfunkunternehmen fordern. Das iPhone sei ein „Sündenfall“ für die Branche, formuliert Vodafones Deutschlandchef Friedrich Jousen.
Der Chef von T-Mobile, Philipp Humm, bezeichnet Vodafone hingegen als „schlechten Verlierer“. Die exklusive Bindung des Handys an das Netz seines Unternehmens biete dem Verbraucher einen Mehrwert, verteidigt Humm das Geschäftsmodell.
Die einstweilige Verfügung zwingt T-Mobile kurzzeitig dazu, dass iPhone auch ohne Vertrag und SIM-Lock anzubieten. Allerdings zu einem saftigen Preis von 999 Euro. Was zuerst wie ein Sieg aussieht, endet mit einer klaren Niederlage für Vodafone. Die Richter befinden am 4. Dezember, dass das Vertriebsmodell von T-Mobile und Apple nicht gegen das Kartellrecht verstößt. Einen unlauteren Wettbewerb können sie in dem Angebot der Telekom-Tochter nicht erkennen. Noch am selben Tag beendet T-Mobile den Verkauf von iPhones ohne SIM-Lock. Das Apple-Handy gibt es wie vorher nur in Verbindung mit einem Zwei-Jahresvertrag. Ein Detail ändert sich zumindest im Zuge der gerichtlichen Auseinandersetzung. T-Mobile hebt den SIM-Lock des Handys nach Ablauf der Vertragsdauer von zwei Jahren auf. Dann lässt sich mit dem iPhone in anderen Netzen telefonieren. Bis dahin bleiben iPhone-Käufer in Deutschland – wollen sie ihr Gerät nicht hacken – an T-Mobile als Provider gebunden.
Nach dem Urteil meldet mit Nokia gleich ein anderer Handyhersteller seine Ansprüche an. Der Konzern möchte mit zukünftigen mobilen Diensten am Umsatz der Provider beteiligt werden. Für die Geräte selber will das Unternehmen jedoch keine Umsatzbeteiligung verlangen. Damit schickt sich das Handy mit dem Apfellogo an, die gesamte Mobilfunkbranche zu verändern. Und nicht nur in Sachen Nutzerfreundlichkeit.
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