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Der Tiger, neue Displays und beste Entwicklerbeziehungen

28.06.2004 | 22:25 Uhr |

Mit einer Keynote hat Steve Jobs die diesjährige weltweite Entwicklerkonferenz eröffnet. In rund 200 Sessions will Apple die Neuerungen in Tiger tiefer gehend erläutern.

Wieder einmal hat Steve Jobs den Umstieg auf Mac-OS X für abgeschlossen erklärt, wie der Apple-CEO bereits dem Verbraucher-Publikum der Macworld Expo im Januar nahe brachte. Doch auf seiner heutigen Ansprache im Moscone Center in San Francisco nutzte Jobs die Gelegenheit, sich bei den nach San Francisco gepilgerten Entwicklern für die Unterstützung bei der Migration auf das Unix basierte System zu bedanken. Für Mac-OS X gebe es mittlerweile 12.000 native Programme, rund 12 Millionen Anwender setzten auf Mac-OS X, was den Panther zu Apples bestverkaufter Software aller Zeiten gemacht habe.

Mac-OS X 10.4, Codename Tiger werde in der ersten Jahreshälfte 2005 erscheinen, die Präsentation der Neuerungen habe Apple diesmal vergleichsweise früh angesetzt. Wie der Vorgänger Panther bringt Mac-OS X 10.4 rund 150 Neuerungen, auf sieben Wesentliche konzentrierte Jobs seine Show. Revolutionär werde die neue Suchtechnologie Spotlight sein, die auf Metadaten setzt und das Auffinden von Dateien aller Art erheblich zu beschleunigen verspricht. Die Suche beschränkt sich dabei nicht auf den Finder, sondern ist von allen Applikationen aus zu erreichen und in die Menüleiste integriert. Anhand bestimmter Kriterien stellen Tiger-Anwender "Smart Folder" zusammen, die ähnlich wie "Smart Playlists" in iTunes sich ständig aktualisieren. "Während andere davon nur reden, setzen wir das um," lässt Jobs einen der zahlreichen Seitenhiebe auf Microsoft und dessen Langzeitprojekt Longhorn los. Obgleich die Beziehungen zu Microsoft so gut seien wie noch nie, erst kürzlich habe Jobs zusammen mit Bill Gates sich beim Dinner über Office 2004 unterhalten. Weitere Informationen über Spotlight :finden Sie hier .

Große Aufmerksamkeit widmete Jobs auch dem Video-Codec H.264, der integraler Bestandteil von Quicktime in Panther sein wird. Die neue Technologie erlaube bei gleicher Datenmenge eine bis zu vierfache Auflösung und sei zudem extrem skalierbar: multimediale Inhalte lassen sich damit als HDTV oder auch auf Mobiltelefonen darstellen.

Safari mit RSS

Safari erscheint zusammen mit Mac-OS X 10.4 in der Version 2.0 und hat gleich einige neue Funktionen im Gepäck. Allenv voran wäre da der eingebaute "RSS"-Reader (Rich Site Summary). Safari erkennt automatisch, ob eine Webseite einen XML-Inhalt im RSS-Format anbietet und blendet in der URL-Zeile in der Nähe des Snapback-Icons ein kleines RSS-Logo ein. Ein Klick darauf öffnet ein neues Safari-Fenster, dessen Inhalt sich an den Darstellungen bekannter RSS-Reader orientiert. In dieser Ansicht ist jeder RSS-Artikel übersichtlich erkennbar, ein Klick auf eine Headline öffnet den entsprechenden Inhalt auf dem Server des Anbieters. Eine RSS-Ansichtsseite lässt sich in Safari als Lesezeichen abspeichern, um später per Mausklick die Quelle wieder ansurfen zu können. Einen RSS-Reader wie beispielsweise NetNewsWire ersetzt Safari übrigens nicht - die RSS-Funktion dient nur dazu, die jeweiligen XML-Informationen einer Webseite anzuzeigen. Neben "Safari RSS" beherrscht Apples Browser nun auch das Abspeichern eine Seite als komplettes Archiv, inklusive Bilddateien. So lassen sich einzelne Seiten zur späteren Ansicht archivieren oder auch bequem per E-Mail verschicken. Und schließlich noch: Per "Private Browsing" kann ein vom Verfolgungswahn geplagter Anwender temporär die Zwischenspeicher, Verlaufslisten und Cookie-Annahme in Safari abschalten, um mehr oder weniger ohne verräterische Spuren im Internet surfen zu können.

Bewegte und stehende Bilder

Nach dem Erfolg von Core Audio verfolgt Apple mit Core Video und Core Image ein ähnlich Erfolg versprechendes Konzept, das System weit Technologien zur Bearbeitung von Grafik und Video anbieten will. Dabei verarbeitet nicht mehr die CPU die Bilddateien, sondern der Grafikprozessor. Dank Quartz Extreme sind zahlreiche Echtzeiteffekte möglich. Eine Demo-Software, mit der Steve Jobs und Phil Schiller dutzende Effekte vorführten, soll nach Angaben des Apple-CEO ein Programmierer bei Apple in einer Woche geschrieben haben. Erst mit einer zukünftigen Photoshop-Version können die Technologie ihre gesamte Stärke entfalten. An anwesende Adobe-Entwickler erging daher implizit die Aufforderung, die nächste Mac-Version des Bildbearbeitungsprogramms wieder deutlich unterscheidbar von der Windows-Fassung zu programmieren.

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