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Der dreibeinige Herrscher: Apple setzt auf OS X

29.06.2007 | 13:49 Uhr |

Viele kritische Stimmen aus dem alteingesessenen Mac-Lager begleiten den iPhone-Rummel: Apple habe das Wort "Computer" nicht nur aus dem Namen gestrichen, sondern kümmere sich auch um alles andere, nur nicht um den Mac, unkt es aus Foren und Diskussionsgruppen.

In einer Rede vor Apple-Mitarbeitern hat Steve Jobs gestern unterstrichen, dass sich der Konzern an allen Fronten weiter entwickelt. Der Hersteller hat lediglich ein neues Standbein geschaffen und OS X dabei noch weiter ins Zentrum seiner Enwticklung gerückt. So wird das Betriebssystem des Hauses in Zukunft nicht nur auf alten und neuen Macs, auf Apple TV und dem iPhone zu finden sein, sondern auch auf den iPods der nächsten Generation.

Stirbt Harry Potter in Band sieben oder wird er die Mächte des Bösen besiegen? The Anti-Marketer hat Recht : Die Frage nach den Abenteuern des Zauberlehrlings, die in vergangenen Jahren mehrmals das weltweite Sommerloch zu füllen vermochte, verschwindet 2007 hinter einem ganz anderen Hype, vor allem in Nordamerika. In diesem Jahr konkurriert Cupertino erfolgreich mit Hogwarts. Weil man vor lauter Zirkus um ein Mobiltelefon - die Schlange vor den Stores wird immer länger - beinahe vergessen könnte, dass nur ein weiteres Produkt eines immer vielfältiger tätigen Elektronikonzerns auf den Markt kommt, hat Steve Jobs gestern in einer Ansprache an Apple-Mitarbeiter mehr verraten, als der verschwiegene CEO normalerweise preisgibt. Zusammengestellt hat die Eindrücke der Zuhörer und Zuschauer unter anderem die Technikseite Ars Technica : Steve Jobs, so sagen sie, soll während seiner Ansprache einen ähnlichen Ausdruck im Gesicht gehabt haben wie 1984, als er den ersten Mac vorstellte. Man habe den Eindruck gewonnen, er halte das iPhone für eines der revolutionärsten Produkte, die Apple jemals vorgestellt habe. Mit einem Augenzwinkern habe er sich bei allen Angestellten für die gute Arbeit bedankt: Wer in der letzten Zeit bei Apple gearbeitet hat, habe zwar einige Entbehrungen auf sich nehmen müssen, könne aber einst seinen Enkeln erzählen, beim Start des ersten iPhone dabei gewesen zu sein. Das Geschäft mit Mobiltelefonen soll zum dritten Standbein Apples werden, sagt Jobs, und der Kopf dieses Dreibeiners soll anscheinend Mac OS X sein. Apple habe mit dem iPhone lediglich auf seine Kernkompenz zurückgegriffen: Technik einfacher zu gestalten und leichter bedienbar zu machen. Das Betriebssystem OS X, das auf Softwareseite für Einfachheit sorgt, findet sich neben dem Telefon nicht nur auf dem ersten Standbein Mac installiert, sondern wird laut Jobs auch in manchen iPods der kommenden Generationen Einzug halten. Gerüchteseiten erwarten schon seit längerer Zeit einen iPod mit Video-Funktion - die Andeutung des Apple-CEO könnte ein erster Hinweis darauf sein. Das zweite Standbein Apples bilden laut Jobs iPod und iTunes. Das erste, das alles rund um die Macs umfasst, wird wohl bald wieder stärker ins Blickfeld geraten: Zum einen erscheint Mac OS X 10.5 noch vor Jahresende, zum anderen habe Apple auch die besten Macs in Vorbereitung, die jemals auf den Markt gekommen seien: "Off the charts", verspricht Jpobs, würden sie alles bislang dagewesene in den Schatten stellen. Mit Apple TV hofft Jobs schließlich für die Zukunft auf ein viertes Standbein, das im Moment allerdings noch nicht aus eigener Kraft zu stehen scheint. Auch auf einem dreibeinigen Hocker lässt sich gut sitzen - will man sich allerdings zurücklehnen, müssen es schon vier Beine sein. Der Apple-Chef scheint seinen digitalen Medienhub bislang noch vornehmlich als Experiment zu begreifen, auf dessen Gelingen er hofft, das er aber im Moment aber noch als Nebenschauplatz begreift.

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