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Der iPod Touch: Eine Spielwiese für Hacker

10.09.2007 | 08:09 Uhr |

Der neue iPod touch verfügt über einige Funktionen des iPhone, aber eben nicht über alle. Viele Anwender wissen noch nicht so recht, wie sie den Neuling einordnen sollen: Ist es ein abgespeckter PDA mit Musik- und Videofunktionen oder nur ein Medienplayer mit WLAN-Anschluss?

iPod Touch
Vergrößern iPod Touch
© Christian Möller

Während Apple die Funktionen des jüngsten Spross anscheinend zu beschränken versucht, haben die iPhone-Hacker bereits ein neues Ziel auserkoren: Sie könnten bald viel mehr aus dem iPod machen, als Apple lieb ist: ein WLAN-Telefon, eine mobile E-Mail-Konsole und gar einen kompletten Organizer. Ob Apple da mitspielt, ist allerdings zu bezweifeln. Doch die Möglichkeiten des abgespeckten iPhone sind groß und die Bastler bereits auf dem Sprung.

Das kann er, das nicht

Der iPod Touch spielt Musik und Videos ab, kann Fotos anzeigen und mit Safari auf Webseiten zugreifen. Der integrierte YouTube-Player zeigt Clips aus dem Netz an, eine WLAN-Anbindung zum neuen iTunes Wi-Fi Music Store versorgt den Anwender auch unterwegs mit neuer Musik. Was dem Gerät allerdings fehlt und ihn auch vom iPhone unterscheidet: Der iPod Touch hat weder einen integrierten E-Mail-Client noch eine Notiz-Funktion. In ihm steckt keine Kamera, er zeigt keine Widgets an und auch Google Maps hat der Hersteller nicht integriert. Natürlich kann der Benutzer mit dem Gerät auch nicht telefonieren und keine SMS versenden.  

Offen für Hacks dank OS X

Das im iPod touch integrierte Betriebssystem OS X basiert auf denselben Binaries wie das iPhone. Deshalb können Programmierer ebenfalls neue Applikationen und Hacks entwickeln - auch wenn Apple das mit jedem neuen Update zu verhindern versuchen könnte. Apples schweigendes Einverständnis vorausgesetzt, könnte sich der iPod Touch aber auch zum PDA mausern: Den fehlenden E-Mail-Client könnten Entwickler ebenso hinzufügen wie eine Notizbuch-Funktion. Manche Leser auf MacInTouch wünschen sich auch einen integrierten Reader für elektronische Bücher und eine vollflächige Tastatur. Dann könnten sie ihren Palm in der Ecke liegen lassen.

Wann wird der Touch zum Telefon?

Mit einem entsprechenden Adapter könnten gewiefte Anwender den neuen Musikplayer womöglich auch zum WLAN-Telefon mutieren lassen: Ein an den Dock-Anschluss gestecktes Mikrofon und ein funktionierender VoIP-Client würden reichen. Allerdings scheint Apple den Zugriff auf die Audio-Geräte sehr schwierig gestaltet zu haben: Bislang ist noch niemandem gelungen, eine VoIP-Software fürs iPhone zu programmieren. Zudem setzt der Hersteller den Erweiterungen prinzipiell Grenzen: Nach einem Firmwareupdate oder einem Update für iTunes funktionieren mühsam programmierte Hacks oft nicht mehr. Auf eine Erweiterung zum WLAN-Telefon dürfte Apple besonders schlecht zu sprechen sein, da eine solche Funktion den Verkauf des iPhone kannibalisieren würde.

Die Bluetooth-Frage

Wie das IT-Blog Engadget berichtet, tauchten für kurze Zeit Bilder auf der deutschen Apple-Seite auf, die einen iPod Touch mit leuchtendem Bluetooth-Symbol zeigten - laut Apples technischen Angaben verfügt der Player allerdings nicht über eine solche Funktion. Ob in dem Gerät tatsächlich eine Bluetooth-Schnittstelle steckt, die der Hersteller weder angekündigt noch freigeschaltet hat, ist bislang aber noch nicht bekannt. Erst, wenn jemand den ersten Touch in Einzelteile zerlegt hat, dürfte sich das Rätsel lösen - und die Bastler hätten ein neues Ziel.

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