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Der neue Superchip

02.07.2003 | 11:18 Uhr |

Ein Blick hinter die Kulissen von IBMs neuem Power PC 970 macht deutlich, weshalb dieser Chip genau auf die Bedürfnisse Apples zugeschnitten ist. Der Neue bringt schließlich alles mit, was ein schneller Mac-Prozessor benötigt.

Steve Jobs war genervt. Auf die Frage der Macwelt, ob die Abhängigkeit von Motorola nicht zu einem Problem werden könne, betonte der Apple-Chef, dass man neben Motorola auch IBM als Prozessorlieferanten habe und sehr zufrieden mit beiden Firmen sei. Aber, so fügte er hinzu, es sei immer gut, Alternativen zu haben. Das war im Herbst letzten Jahres anlässlich der Apple Expo in Paris, und was Steve Jobs nicht sagen konnte, präsentierte IBM zwei Monate später unter Chip-Experten. Heimlich, still und leise hatten die Ingenieure an einem Prozessor gearbeitet, der nicht nur passgenau auf die Apple-Bedürfnisse zugeschnitten ist, sondern auch noch einen wesentlichen Leistungssprung gegenüber Motorolas G4-Prozessor darstellt. Was unter den Experten allerdings für die größte Aufmerksamkeit sorgte, war die Tatsache, dass der neue Prozessor nicht wie bislang bei Desktop-Rechnern üblich mit 32 Bit, sondern mit 64 arbeitet. Bislang waren solche CPUs ausschließlich für Server entwickelt worden, auch von IBM.

Frisches Blut

Als IBM im Herbst letzten Jahres den Power PC 970 vorstellte, fand die Firma Apple mit keinem Wort Erwähnung. Dabei war schon da abzusehen, dass ein Ersatz für den G4-Prozessor von Motorola her musste. Denn was Mac-Fans von ihrer Lieblingsfirma an neuer Desktop-Hardware geboten bekamen, trieb PC-Anwendern die Tränen in die Augen - allerdings nicht vor Ehrfurcht. Ein mäßig aufgebohrter G4-Prozessor, der im Zeitalter eines Pentium 4 mit 3 GHz Taktfrequenz maximal 1,42 GHz auf das technische Datenblatt bringt; ein Mainboard-Design mit zahlreichen Leistungsbremsen, und ein Prozessorhersteller, der mit dem Chip der Nachfolgegeneration einfach nicht weiter kommt. Immer wieder musste sich Apple die Frage gefallen lassen, was man in punkto Prozessor denn zu tun gedenke. Sogar ein Wechsel zur Intel-Plattform legte man den Apple-Oberen nahe, nur, um endlich wieder technologisch weiter zu kommen.
Dass derweil IBM zusammen mit Apple in Form des Power PC 970 eine optimale Plattform für den Mac geschaffen hat, zeigt sich, wenn man in die Tiefen des Prozessors und der ihn umgebenden Systemkomponenten eintaucht. 64 Bit Registerbreite, geringer Stromverbrauch, moderner Fertigungsprozess (Silicon on Insulator, Kupfertechnik) und ausgefeilte Architektur im Kern - das ist der Stoff, aus dem der Power PC 970 ist.

Was die Besonderheiten des neuen G5-Prozessors sind und wie sie sich in der
Praxis bemerkbar machen, das lesen Sie in der neuen Macwelt.

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