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Des Leoparden erstes Opfer: Entwickler stellt VirtueDesktops ein

13.03.2007 | 15:00 Uhr |

Wozu noch an einer eigenen Software arbeiten, wenn Apple mit Mac-OS X 10.5 ein eigenes Produkt mitliefert? Der Australier Tony Arnold stellt die Entwicklung von VirtueDesktops ein, einer Lösung für das Arbeiten mit mehreren virtuellen Schreibtischen.

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Der Hauptgrund ist ganz einfach erklärt: Mit Leopard bringt Apple dem Betriebssystem genau diese Technik serienmäßig bei. Es gibt aber noch andere Gründe - und Programmierer, die das Projekt weiterentwicklen wollen, sind dazu herzlich eingeladen.

Seit der WWDC im vergangenen Jahr, auf der Steve Jobs der Öffentlichkeit den ersten Blick auf Apples kommendes Betriebssystem Leopard aka Mac OS X 10.5 gewährte, ist für Tony Arnold klar: Gegen diese Konkurrenz anzutreten wird hart. Eines der Features des neuen Systems wird "Spaces", eine Technik zum gleichzeitigen Betrieb mehrerer virtueller Schreibtische. Schnell ist auch ein großer Monitor zu klein und mit zu vielen Fenstern überfrachtet, Spaces und andere Tools dieser Art setzen dort an. Auf Knopfdruck kann der Anwender von einer Arbeitsumgebung "Internet" mit E-Mail, Browser und Chat umschalten auf "Fotobearbeitung", wo sich dann die Fenster von Aperture und Photoshop befinden. Ein dritter "Space" könnte iTunes, den QuickTime-Player und die Software für den USB-TV-Stick beiheimaten - ganz nach den Vorgaben des Benutzers. Ziel ist die bessere Ordnung auf dem Computermonitor und das Ausblenden nicht benötigter Programmfenster. Eines dieser Tools ist auch VirtueDeskotops von Tony Arnold. Sein Ziel war seit August 2006, die Software, die diese Funktionen auch unter Mac OS X 10.4 ermöglicht, bis zum Erscheinen von Leopard zu stabilisieren. Dies ist ihm bislang nicht geglückt, jedenfalls nicht nach seinen Ansprüchen. Die aktuelle Version von VirtueDesktop trägt die Versionsnummer 0.54 und ist weiterhin im Beta-Stadium. Eigentlich, so schreibt Arnold in seinem Blog , war VirtueDesktops sein Lehrstück und die erste Software, die er mit Objective-C und für den Mac geschrieben hat. Mittlerweile arbeitet er an weiteren Projekten, die auch Geld in die Kasse des Programmierers spülen - und der Zeitaufwand, seinen Erstling zu finalisieren, scheint Arnold mindestens genauso groß wie die Konkurrenz durch Mac OS X 10.5 und Spaces. Die Kommentare in seinem Blog spiegeln Verständnis wider, wenngleich viele User bedauern, dass das Tool erst einmal nicht weiterentwickelt wird. Das muss aber so nicht bleiben: Tony Arnold würde sich freuen, sollten ein oder mehrere Entwickler das Projekt fortführen, schließlich kann VirtueDesktops etwas, was Spaces nicht kann: Systeme unterstützen, auf denen Mac OS X 10.4 installiert ist. Und noch etwas ist mit seinem Tool möglich: Laden und loslegen - denn auf Leopard und Spaces müssen die Mac-Anwender zumindest noch Wochen warten. Außerdem ist VirtueDesktops bislang kostenlos, die Konkurrenz von You Software kostet immerhin knapp 30 US-Dollar. (Seit heute Mittag bis zum Veröffentlichungszeitpunkt ist die Projektseite virtuedesktops.info nicht erreichbar gewesen.)

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