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Deutsche Bank gegen Softwarepatente

16.07.2004 | 16:15 Uhr |

Die Deutsche Bank Research hat überraschend eine Stellungnahme der Deutschen Bank zum Thema Softwarepatente veröffentlicht.

In dem mit "Windows of opportunity" (Chancen-Fenster) betitelten Dokument vertritt Autor Jan Hofmann die von vielen Aktivisten oder dem Verband des deutschen Mittelstands geteilte Meinung, dass Softwarepatente die Innovation behindern. Dabei beruft sich die Deutsche Bank auf eine Untersuchung der Forscher Bessen und Maskin des amerkanischen MIT die zu dem Schluss kommt, dass Innovation in der Softwareentwicklung weit mehr als in anderen technischen Bereichen auf vorherige Entwicklungen aufbaut, und dass die Patentierbarkeit von Konzepten der Innovation somit den Nährboden raubt. Die MIT-Forscher weisen außerdem darauf hin, dass bei der Softwareentwicklung sehr oft Innovationen gleichzeitig an mehreren Orten entstehen.

Deutschlands Wirtschaft brauche dringend einen Anschub, und da Softwarepatente die kleinen bis mittelgro0en Unternehmen effektiv eher behindern als ihnen helfen wäre dies sehr kontraproduktiv. Die Deutsche Bank empfiehlt, wie Bessen und Maskin, beim Schutz von geistigem Eigentum statt auf Softwarepatente besser weiterhin auf das normale Urheberrecht zu setzen. Deutschland sei eines der Länder, die Kritik an den Bemühungen zur Einführung von Euro-Softwarepatenten üben, diese Haltung muss weiter ausgebaut werden um Deutschland wirtschaftlich wieder besser zu positionieren.

Info Deutsche Bank: "Windows of opportunity"
MIT-Untersuchung
FFII-Homepage
Petition von Euro-Linux gegen Softwarepatente

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