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Deutsche Messen geraten in Bewegung

04.08.2000 | 00:00 Uhr |

Die Messen in Frankfurt und Hannover wollen in Zukunft eng kooperieren. Von einer Fusion ist bislang keine Rede.

Die Messen Hannover und Frankfurt bereiten
eine enge Kooperation vor, allerdings keine Fusion. Für das Land
Niedersachsen als einem der beiden Hauptaktionäre der Deutsche Messe
AG in Hannover erklärte Wirtschaftsminister Peter Fischer (SPD) am
Donnerstag, die Messe Frankfurt wäre «ein guter Partner für
Hannover». Zusammen wären Frankfurt und Hannover als die Nummer zwei
und drei nach Düsseldorf künftig eine auch im internationalen
Vergleich führende Messeallianz.

Die Messegesellschaft Berlin, zurzeit noch nahezu vollständig im
Besitz des Landes Berlin, hat sich bereits für die Privatisierung
entschieden. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Raimund Hosch,
sagte der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Donnerstagausgabe), ein
erster Schritt auf dem Weg zum Börsengang könne schon im kommenden
Jahr der Verkauf von bis zu 50 Prozent der Gesellschafteranteile an
private Investoren sein. Nach dem Börsengang, der nach den
Vorstellungen Hoschs in etwa vier Jahren über die Bühne gehen könnte,
sei auch ein Komplettrückzug des Landes denkbar.

«Im nationalen wie im internationalen Messegeschäft ist viel in
Bewegung», sagte Fischer. Er verwies auch auf die bereits vereinbarte
Partnerschaft der Messe Berlin mit dem britischen Messeriesen Reed
Companies. Auch die Messe Hannover brauche deshalb trotz eigener
Stärke mit den Großmessen CeBIT und Hannover Messe über kurz oder
lang einen Partner. Vor allem im Auslandsgeschäft und bei der
Aufteilung großer Messen in Deutschland sei eine enge Zusammenarbeit
zwischen Frankfurt und Hannover sinnvoll, sagte Fischer.

Schon jetzt kaufen Frankfurt und Hannover gemeinsam den Strom ein,
kooperieren bei einzelnen Messen im In- und Ausland und sind dabei,
ihre Großrechner zusammenzulegen. Frankfurt machte 1999 533 Millionen
DM Umsatz, Hannover 492 Millionen DM. An führender Stelle lag
Düsseldorf mit 640 Millionen DM (326 Mio Euro).

Für das Land Niedersachsen, das wie die Stadt Hannover knapp 50
Prozent an der hannoverschen Deutschen Messe AG hält, ist
mittelfristig auch eine Privatisierung kein Tabu. Das Land
Niedersachsen wolle sich jetzt keineswegs aus der Messe AG
zurückziehen. Dennoch stünden alle Landesbeteiligungen mit Ausnahme
von Volkswagen und der Norddeutschen Landesbank von Zeit zu Zeit auf
dem Prüfstand, sagte Fischer, der auch stellvertretender
Aufsichtsratsvorsitzender der Messe AG ist.
dpa

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