Von Hans-Christian Dirscherl - 05.02.2013, 10:53

Leistungsschutzrecht

Deutsche Verleger lehnen Frankreich-Kompromiss mit Google ab

©istockphoto.com/imagestock

Die deutschen Verleger lehnen den Kompromiss zwischen Google und den französischen Verlegern ab. Sie setzen ihre ganze Hoffnung stattdessen auf das geplante neue Leistungsschutzrecht.
Die französischen Zeitungsherausgeber haben sich letzte Woche mit Google geeinigt. Google zahlt 60 Millionen Euro in einen Fonds für Verlagsprojekte ein. Zusätzlich will Google den französischen Verlagen dabei helfen, mehr Werbeeinnahmen mit Hilfe von Google Adwords zu verdienen.
Die deutschen Verleger lehnen den Kompromiss im Nachbarland aber ab und wollen ihn nicht auf Deutschland übertragen wissen. Stattdessen setzen die deutschen Verleger auf das geplante deutsche Leistungsschutzrecht, wie Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer „Public Affairs“ der Axel Springer AG schreibt. Denn der in Frankreich ausgehandelte Kompromiss berücksichtigt nur Übernahmen von Verlagsinhalten durch Google. Und berücksichtigt überhaupt nicht andere Online-Unternehmen und Suchmaschinen, die ebenfalls Inhalte von Verlagen verwenden würden. Die deutschen Verleger wünschen sich deshalb eine generelle, allgemein gültige und gesetzlich verankerte Lösung. Christoph Keese fasst das ganze folgendermaßen zusammen: "Frankreichs Lösung ist eine Wette auf das Google-Monopol".
Der Verband deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) sehen in der französischen Einigung ebenfalls „kein Vorbild für Deutschland“. Die Verleger sehen „den Nachteil, dass der Kompromiss sich nur auf einen einzigen Aggregator - Google - beziehe. Gegenüber anderen Aggregatoren, die in gleicher Weise agieren oder dies erst in Zukunft noch tun werden, haben die Verlage dort nun kein Rechtsmittel mehr in der Hand.“
In dem Streit zwischen Google und den Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern geht es darum, dass Google Teile von Artikeln auf seinen Ergebnisseiten von Suchanfragen veröffentlicht, ohne dafür die Zustimmung der Verlage einzuholen und ohne diese dafür finanziell zu entschädigen. Google generiert mit der Werbung, die um diese Nachrichtenauszüge geschaltet wird, erhebliche Einnahmen, die es nicht mit den Verlagen teilt. Deshalb haben Verleger aus Frankreich, Belgien und Deutschland finanzielle Kompensation gefordert.
Mit den belgischen und französischen Verlegern hat sich Google im Dezember und letzte Woche geeinigt. Die deutschen Verleger beharren dagegen auf einer gesetzlichen Regelung.
Kommentar verfassen:
Kommentar verfassen

Login über einen Foren Account





Gastposting

Gastbeiträge müssen erst freigeschaltet werden, bevor Sie auf der Seite erscheinen.





Bestellen Sie "Macwelt Daily-Newsletter" kostenlos
Immer informiert sein:

Mit den kostenlosen Newslettern der Macwelt bleiben Sie auf dem Laufenden!

- Anzeige -
Angebote für Leser
Macwelt für iPad

Für iPad und iPhone: Macwelt Kiosk
Die Macwelt als Digitalausgabe für iPad und iPhone - schon am Freitag vor dem Erstverkaufstag des Heftes im App Store erhältlich.

Macwelt mobil

Macwelt Online-Videothek
Keine Abogebühren oder unnötige Vertragsbindungen. Filme und Games bequem von zu Hause aus leihen.

Handytarif-Check
Mit unserem neuen Smartphone Tarifrechner finden Sie schnell den passenden Handytarif.

3x Macwelt testen!
Ja, ich teste 3x die Macwelt mit CD für nur 12,90 € (19,- Sfr).
Macwelt 08/14
Anrede:
Vorname:
Nachname:
Straße/Nr:
PLZ/Ort:
Land:
E-Mail:
Bestätigen
Nur wenn ich innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der 3. Ausgabe nichts von mir hören lasse, möchte ich die PC-WELT mit DVD zum gleichen Preis weiterbeziehen (D: 55,80 €/Jahr, EU: 64,80 €/Jahr, CH: 103,70 Sfr/Jahr). Nach dem Testzeitraum ist der Bezug jederzeit kündbar.
Ich bin damit einverstanden, dass die IDG Tech Media GmbH und ihre Partner mich per E-Mail über interessante Vorteilsangebote informieren.
Jetzt anfordern
1679546
Content Management by InterRed