949374

Deutschland: Ende der Privatkopie droht

22.03.2006 | 10:22 Uhr

Bei der Reform des Urheberrechtsgesetztes war ursprünglich die so genannte Bagatellklausel vorgesehen. Damit wären Kopien im geringen Rahmen für den privaten Gebrauch nicht strafbar gewesen. Dieser Passus soll im neuesten Entwurf des Gesetzes laut dem "Handelsblatt" fehlen.

Für private Raubkopien soll es in Deutschland einem Zeitungsbericht zufolge doch keine Bagatellklausel geben. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) wolle künftig Schwarzkopien prinzipiell unter Strafe stellen, berichtet das "Handelsblatt" am Mittwoch unter Berufung auf Koalitionskreise. Zypries hatte ursprünglich geplant, Urheberrechtsverletzungen von der Strafbarkeit auszunehmen, wenn nur wenige Kopien angefertigt wurden und es nur um den privaten Gebrauch geht. Diese Bagatellklausel sei in dem neuesten Gesetzesentwurf, der am Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedet werden soll, nicht mehr enthalten, schreibt die Zeitung.

Musik- und Filmindustrie klagen seit Jahren über Einbußen durch illegale Kopien. In Frankreich beschloss die Nationalversammlung am Dienstag ein Gesetz zum Schutz der Urheberrechte, das für Privatleute, die zum Eigenbedarf illegal kopierte Musik aus dem Internet herunterladen, ein Bußgeld von 38 Euro pro Verstoß vorsieht. Personen, die den Kopierschutz knacken, werden mit einem Bußgeld von 3750 Euro Buße bestraft.

:Frankreich: P2P-Software illegal - Geldstrafen für Nutzer (PC-WELT Online, 22.03.2006)

0 Kommentare zu diesem Artikel
949374