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Dezember: Apple Schlusslicht bei Greenpeace-Ranking, das iPhone baut jemand anders

02.01.2007 | 07:00 Uhr

"Apple macht nichts": Letzter Platz im Greenpeace-Ranking +++ Adobe bringt Beta von Photoshop CS3 +++ Das iPhone ist da – von Linksys +++ Apples Online-Stores in Europas Top 10

"Apple macht nichts": Letzter Platz im Greenpeace-Ranking

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Nichts tut sich bei Apple in Sachen "grüner Elektronik". Nach dem neuesten Greenpeace-Ranking bekleidet der Hersteller den letzten Platz, weil die Konkurrenz offenbar schnell dazugelernt hat. Handy-Hersteller Nokia bekommt weiterhin ein "gut" als Zeugnisnote, die "Schmutzfinken" von einst, Motorola und Lenovo, bekommen jetzt deutlich bessere Noten.

Die gute Nachricht für Apple-User zuerst: Im Greenpeace-Ranking hat sich die Firma nicht verschlechtert. Die schlechte Nachricht: Alle anderen 13 bewerteten Hersteller von Computern und Mobiltelefonen sind im Ranking besser. "Apple hat an seinem Verhalten nichts geändert", stellt der zweite "Guide to Greener Electronics" der Umweltschutzorganisation fest. "Während seine Erzrivalen Fortschritte machen, fällt der Welt-Innovatons- und -Design-Führer mehr und mehr zurück." Ganz deutlich sind die beiden im August Letztplazierten, Handy-Hersteller Motorola und PC-Riese Lenovo aus China, an Apple vorbeigezogen. Motorola sieht Greenpeace im aktuellen Ranking nun auf Platz 4 und wird von der Umweltschutzorganisation für seine großen Fortschritte gelobt.

Lenovo findet sich auf Platz 8 wieder: Dort sieht Greenpeace zwar auch Fortschritte, doch sind Lenovos Produkte immer noch mit gesundheitsschädlichen Chemikalien belastet und bei der Rücknahme und beim Recycling besteht nach dem Bericht Verbesserungsbedarf. Die Spitzenposition sichert sich weiterhin Nokia, gefolgt von Dell und Fujitsu-Siemens, denen Greenpeace substanzielle Erfolge in der Umsetzung von Umweltschutzvorhaben zuschreibt. "Grün" ist Greenpeace aber keinem der Hersteller - von den möglichen zehn Punkten holt sich selbst Nokia "nur" 7,3 und damit maximal ein knappes "gut" im Zeugnis, Apple bekommt nach wie vor 2,7 Punkte.

Greenpeace bewertet im "Guide to Greener Electronics" mehrere Faktoren und bietet den Kriterienkatalog zum Download im PDF-Format an. Die beiden Kernziele der Organisation sind, dass die Hersteller gesundheitsgefährliche Substanzen aus ihren Produkten verbannen sowie Rücknahme und Recycling ihrer Produkte in eigener Zuständigkeit durchführen - selbst dann, wenn sie in einzelnen Ländern dazu nicht verpflichtet sind. Denn wer gefährliche Substanzen in seinen Produkten verbaut, verbaut sich auch die Chance auf ein sicheres und sauberes Recycling. Genau dies kritisiert Greenpeace an Apple und fordert mit einer Medienkampagne Mac- und iPod-Besitzer auf, den zuständigen Mitarbeitern in Cupertino und namentlich Steve Jobs deutlich zu machen, dass man die Produkte zwar liebt, aber sich mit mehr "grünem Appeal" wünschen würde - etwa MacBooks Pro ohne PVC und bromhaltige Flammschutzmittel (engl. BFR).

Unter diesem Motto steht ein im Stil der Apple-Website gehaltenes Internet-Angebot , das auch die "I'm a Mac"-Werbekampagne ironisch aufgreift. Bereits auf das vor drei Monaten veröffentlichte Ranking reagierte Apple recht verständnislos und wies die Kritik zurück: "Apple hat eine sehr erfolgreiche Umweltbilanz und nimmt eine Führungsrolle beim Verbot giftiger Stoffe wie Quecksilber, Cadmium, sechswertigem Chrom und zahlreichen BFRs ein", erklärte das Unternehmen damals.

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