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Die BBC sendet in Zukunft auf drei YouTube-Kanälen

05.03.2007 | 15:20 Uhr |

Die britische Rundfunkanstalt BBC reiht sich ein in die Liste der kommerziellen Anbieter, die ihre Inhalte über die Google-Tochter YouTube vertreiben.

Im Rahmen des Deals wird Google drei neue YouTube-Kanäle einrichten und die BBC an deren Werbeeinahmen beteiligen. Der Vertrag ruft aber nicht nur positive Reaktionen hervor: Kritiker haben der BBC bereits in der Vergangenheit vorgeworfen , dass sich die Anstalt zu weit von ihren eigentlichen Aufgaben als öffentlich-rechtlicher Dienstleister entferne.

Im BBC-Kanal, einer der beiden Entertainment-Kanäle, werden die Briten werbe- und kostenfreie Trailer, kurze Features wie Video-Tagebücher von Sets einzelner BBC-Shows oder Nachrichtenreportern in Krisengebieten und andere Clips anbieten. Über den Kanal hofft die BBC, den Traffic ihrer Website zu erhöhen und Nutzer für das eigene Video-Portal, den Integrated Media Player (iMP), zu gewinnen. BBC Worldwide ist der Name des zweiten Entertainment-Kanals, der drei- bis sechsminütige Ausschnitte aus BBC-Shows die Top Gear, The Mighty Boosh und die Sendungen von David Attenborough zeigen soll. Die Clips dieses Kanals möchte die BBC mit Werbung versehen und auch für Nutzer aus dem Vereinigten Königreich anbieten - umstritten ist, ob die BBC im Heimatland, dessen Bürger Gebühren bezahlen, Werbung überhaupt zeigen darf. Die Sendergruppe selbst verweist darauf, dass sie dies über diverse Angebote wie den Nachrichtensender BBC World bereits legal praktiziere. BBC News "sendet" wiederum die Nachrichten der BBC, pro Tag sind rund 30 Clips geplant. Auch diesen Kanal will die BBC über Werbung finanzieren, darf die Inhalte deshalb aber nicht im Vereinigten Königreich anbieten. Internet-Nutzer des Landes erhalten beim Versuch, den BBC-News-Kanal aufzurufen, eine Fehlermeldung. Der Deal mit Google sei betont "nicht exklusiv", laufe aber über mehrere Jahre. Mark Thompson, Generaldirektor der BBC, erklärt, dass das Angebot hauptsächlich für das bestehende Angebot der BBC werben soll, weshalb kein Vertrieb von Sendungen in voller Länge geplant sei. Gegen BBC-Inhalte, die YouTube-Nutzer bereits in der Vergangenheit hochgeladen haben, werde die Anstalt trotz möglicher-Verletzungen nicht vorgehen. Sollte es sich aber um Clips niedriger Qualität halten, behält sich die BBC das Recht vor, diese zu ersetzen.

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