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Die Big-Macs kommen (Teil 1)

03.08.2006 | 13:44 Uhr |

Anfang März hat Intel auf dem zweimal jährlich stattfindenden Developer Forum Details über zukünftige Prozessoren bekannt gegeben. Wir konnten die neuen Mac-Herzen schon vorab testen.

Steve Jobs hat es auf der Macworld Expo Anfang des Jahres unmissverständlich verkündet: In diesem Jahr stellt Apple die komplette Mac-Produktlinie auf Intel-CPUs um. Mac Mini, iMac, Macbook Pro und der iBook-Nachfolger Macbook sind bereits mit Intel-CPUs ausgerüstet. Alle Modelle verwenden den Core-Duo-Chip, doch Intel kommt in diesem Sommer mit einer ganz neuen Prozessorreihe.

„Core Microarchitecture“ nennt Intel die grundlegende Technologie, auf der die neuen Chips basieren. Dabei hat der CPU-Hersteller an vielen verschiedenen Stellen Hand angelegt und Verbesserungen vorgenommen. Details finden Sie im Kapitel „Mit Tricks zu mehr Speed“ im morgen erscheinenden zweiten Teil dieses Reports. Insgesamt drei verschiedene Prozessorreihen werden mit Core-Microarchitecture ausgestattet. Dabei geht es um CPUs für mobile Computer (Notebooks), Desktop-Rechner und Server.

Neue Herzen für Profi-Macbooks

Intel-CPUs im Vergleich: Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Vergrößern Intel-CPUs im Vergleich: Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Details über Intels neue Notebook-CPU Merom gibt es noch nicht, außer, dass der Chip ebenfalls auf der Core-Microarchitecture basiert. Merom soll etwa 20 Prozent mehr Leistung bringen, ohne dabei mehr Strom zu verbrauchen. Man kann davon ausgehen, dass Apple zumindest die Macbook-Pro-Linie mit Merom-Prozessoren ausstatten und gleichzeitig ein neues Gehäusedesign vorstellen wird.

Aber Merom ist auch ein Kandidat für die iMacs. Da der Chip laut Intel voll pinkompatibel zum aktuellen Core Duo ist, wäre die Umstellung der Hardware auf den schnelleren Chip denkbar einfach.

Ende August, Anfang September 2006 soll der CPU-Typ lieferbar sein. Das bedeutet, dass wir neue Macbooks Pro oder iMacs sehr wahrscheinlich nicht schon zur WWDC sehen werden. Das Update auf den neuen Prozessor wird vermutlich im September oder im Oktober 2006 erfolgen.

Intel Core 2 Duo G5-Nachfolger

Neben dem inzwischen bekannten Codenamen Conroe führt Intels neuer Desktop-Chip nun auch eine offizielle Bezeichnung: Core 2 Duo beziehungsweise Core 2 Extreme. Dieser Prozessor dürfte bei Apple einer der Nachfolger für den G5-Chip im Power Mac werden – vermutlich aber nur in der Einstiegsklasse.

In fast allen Bereichen bietet der Core 2 Duo mehr Leistung als der G5 – zumindest auf dem Papier: bis zu 2,93 GHz Takt (der G5 erreicht maximal 2,7 GHz) und 4 MB gemeinsamer Cache (der G5 verfügt lediglich über 1 MB separaten Cache pro Kern). Nur im Bustakt und in der Busanbindung scheint der G5 noch überlegen. Hier arbeitet jeder Kern mit einem eigenen Bus, der mit halbem CPU-Takt oszilliert. Intels Core 2 Duo setzt auf einen einzigen Bus, der fest mit 1066 MHz getaktet wird.

Intel-CPUs im Überblick. Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
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Insgesamt sechs Modelle des Core 2 Duo bietet Intel an. Sie unterscheiden sich nur in der Taktfrequenz und in der Größe des CPU-Caches (siehe Tabelle links). Das Top-Modell mit der Bezeichnung X6800 scheitert mit 2,93 GHz nur knapp an der Drei-Gigahertz-Hürde. Hier wird klar, dass Steve Jobs’ Versprechen, bereits 2004 einen Prozessor mit drei oder mehr Gigahertz Takt zu bringen, nicht einzuhalten war. Denn Chip-Gigant Intel schafft es selbst zwei Jahre später noch nicht, diesen Wert zu erreichen. Zumindest nicht mit einer modernen Desktop-CPU (von den veralteten Pentium-Chips und Server-CPUs einmal abgesehen).

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