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Die Ersten warten schon aufs iPhone

26.06.2007 | 15:02 Uhr |

Es geht los. Vor dem Apple Store auf der Fifth Avenue in New York City formiert sich die erste Warteschlange von gierigen iPhone-Käufern - auf der Pole Position: Greg Packer. In knapp 80 Stunden erst beginnt der Verkauf, aber ein knappes Dutzend unerschrockener Early Adopters kampiert bereits auf Manhattens Einkaufsstraße.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das iPhone auf dem Weg durch den Zoll zu den Verkaufsstellen. Uneinig sind sich mittlerweile viele Analysten: Optimisten schätzen, dass Apple 12,3 Millionen Geräte innerhalb eines Jahres verkauft, vorsichtige Analysten glauben nur an ein Drittel davon und warnen vor überzogenen Erwartungen an den Aktienkurs.

Seit den frühen Montagmorgenstunden sitzt Greg Packer bereits vor dem Apple Store in Sichtweite des Central Park: Er will zu den ersten gehören, die das iPhone in den Händen halten können. Am Freitag gegen 18 Uhr Ortszeit beginnt landesweit in den USA - Zeitzone für Zeitzone - der Verkauf von Apples lang erwartetem Super-Handy. Und das will sich auch David Clayman sichern: Er ist die Nummer 3 in der Warteschlange auf der 5th Avenue. Beide Fanboys bloggen ihre Erlebnisse in die Welt hinaus. Der frisch gebackene College-Absolvent David hat noch eine Woche Zeit, bevor er in Chicago seine Ausbildungsstelle antritt. Er verbringt jetzt seine Zeit vor dem Apple Store in New York City und will sich gleich zwei iPhones kaufen: das eine für seinen (den besten) Vater (aller Zeiten) und das zweite zum Versteigern zu Gunsten einer Stiftung. Mit den unterschiedlichsten Menschen komme er hier in Kontakt, so sagt er in einem Video-Interview - und in seinem Blog beschreibt er ein Gespräch mit einem ehemaligen Hedge-Fond-Manager, das Eindruck hinterlassen haben muss. Im Video-Interview auch zu sehen ist die Nummer 1 der Warteschlange, Greg Packer: Er bekennt, von Apple begeistert zu sein, hat aber keinen Mac und keinen iPod.  

Analystenmeinungen: Von vorsichtig bis vorlaut

"Stellen Sie sich vor, der Nokia-Chef hätte öffentlich erklärt, er wolle ein Telefon auf den Markt bringen, groß und schwer, ohne Tastatur und nur im Mobilfunkstandard der zweiten Generation - und das auch erst in sechs Monaten: Der Mann wäre gekreuzigt worden!" Mit dieser Aussage zitiert die Londoner Financial Times den CCS Insight-Analysten Ben Wood und leitet damit eine kritische Betrachtung des iPhone-Hype ein. Beim Börsendienst Bloomberg treffen sich die Optimisten mit den Pessimisten: American Technology Research (ATR)-Analyst Shaw Wu glaubt nicht, dass sich das iPhone wie "geschnitten Brot" verkauft: "Man muss die Kunden ja dazu bekommen, dass sie einen Vertrag unterzeichnen." Den optimistischen Schätzungen der Kollegen, in den ersten Tagen werden Apple und AT&T 200.000 Stück verkaufen, glaubt er nicht: "So viele Kunden wollen die Partner innerhalb von zwei Tagen durchschleusen?" Zurückhaltend zeigt sich auch das Marktforschungsinstitut IDC: "Die Mehrzahl der Kunden sieht die Kosten, die durch den Vertag auf sie zukommen", glaubt Shiv Bakhshi und folgert: "Die werden erst einmal abwarten." ATR schätzt die Verkaufszahlen für das iPhone äußerst vorsichtig ein: 250.000 bis zum Ende von Apples Geschäftsjahr im September. Ganz anders sieht das Piper Jaffray-Analyst Gene Munster: Sein Tipp lautet auf 1,2 Millionen bis Ende September, für das kommende Geschäftsjahr, in dem dann auch Europa und Asien iPhone-Modelle bekommen sollen, geht er von acht Millionen verkauften Geräten aus. Doch da gibt es noch ein Bankhaus, dass selbst Munsters Optimismus noch toppt: Credit Suisse glaubt an 1,7 Millionen verkaufter iPhones bis zum Ende des Geschäftsjahres, danach sollen es 12,3 Millionen weltweit werden. "Sollte Apple in den ersten zwei Tagen aber nur 100.000 iPhones verkaufen, dann wäre das eine Enttäuschung, die sich auch im Aktienkurs niederschlagen wird", prophezeit Andy Hargreaves von Pacific Crest Securities. Bild: entnommen Greg Packers Blog First in Line for iPhone

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