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Die Evolution von iOS

30.05.2014 | 12:24 Uhr |

Von ersten iPhone-Betriebssystem bis zu iOS 7 hat sich nicht nur die Oberfläche gewandelt. Nach und nach konnte das mobile Betriebssystem immer mehr. Wir blicken zurück, bevor uns Apple am 2. Juni mit iOS 8 die nächste Fassung vorstellt.

 „Heute stellen wir drei neue Geräte vor: einen iPod mit Touchscreen, ein Handy und ein revolutionäres Internetgerät.“ Mit diesen Worten stellt Steve Jobs 2007 das neue iPhone vor – und nebenbei ein revolutionäres neues Mobil-Betriebssystem.

Ab 2007 beginnt Scott Forstall mit der Entwicklung von iOS, das nur unter der Haube auf OS X basiert. Die innovative Bedienoberfläche ist komplett neu, wird das iPhone doch das erste Smartphone mit Touchscreen-Bedienung. Damals nennt Apple es noch iPhone OS, 2010 wird daraus iOS - es läuft schließlich auch auf iPod Touch und iPad.

Ausgeliefert wird das allererste iPhone mit iPhone-OS 1.0, das doch einige ärgerliche Beschränkungen aufweist - die Apple später korrigiert. Neu ist beim im Juni 2009 vorgestellten iOS 3 unter anderem eine eine Suchfunktion. Lange erwartet, hat das Kopieren und Einfügen von Daten nun ebenfalls im Betriebssystem des Apple-Handys einen Platz. Als Navigationsgerät war das iPhone bisher trotz integrierten GPS-Empfängers nur bedingt tauglich, mit dem neuen Betriebssystem erhält das Apple-Handy aber alle Funktionalitäten, um echte Routenplanung zu ermöglichen. Das neue „Push-Notification“ ist ein Dienst auf dem iPhone, der im Hintergrund läuft.

Schon seit iPhone-OS 2 forderten Kunden die Unterstützung von Multitasking, mit iOS 4 hat Apple im Juni 2010 ein Einsehen. Endlich kann man Surfen und im Hintergrund Musik hören und es dürfen VoIP-Apps im Hintergrund weiter arbeiten. Finster sieht es für Besitzer eines Ur-iPhone aus, dieses wird von iOS 4 nicht mehr unterstützt. Wie am Mac und PC gibt es nun endlich auch einen gemeinsamen Posteingang bei Mail. Dass iPhone und iPod Touch klasse Spielekonsolen sind, ist bekannt. Mit der App Game Center können Gamer mit anderen gemeinsam spielen und High-Score-Listen nutzen. Mit iAd bietet Apple Entwicklern die Option, digitale Anzeigen in die Apps zu integrieren.

iOS 5 kommt Oktober 2011: Für die beiden iPad-Modelle, fürs iPhone ab 3GS und für den iPod Touch. Es bietet über 200 neue Funktionen. Exklusiv ab dem iPhone 4S kommt erstmals Siri auf das iPhone. Weniger beeindruckend aber praktisch: Erstmals kommt man nach Installation von iOS 5 komplett ohne einen PC aus. Sogar das Backup beim Synchronisieren klappt dank iCloud automatisch und ohne PC. Unter iOS 5 wird außerdem die „Benachrichtigungszentrale“ eingeführt. Hier kann man sich alle verpassten Meldungen anzeigen lassen und bei Bedarf per Fingertipp die zugehörige App öffnen. Das neue iMessage konkurriert mit SMS und Whatsapp und sendet und empfängt Direktnachrichten, die Bilder und Videos enthalten können. Im „Newsstand“ des Stores sollen alle Magazine für iPad und iPhone zu finden sein, endlich ist auch der iBookstore in iTunes integriert. Praktisch: Der Benutzer startet jetzt die Kamera-App über einen neuen Knopf auf dem Sperrbildschirm. Auch Mobile Safari erhält neue Funktionen wie die Reader-Funktion, mit deren Hilfe Webartikel lesefreundlich dargestellt werden, und die Leseliste. Nun gibt es außerdem die App Erinnerungen. Mit ihr können Nutzer Aufgaben aus Outlook oder iCal mit dem iOS-Gerät abgleichen. Daneben gibt es noch ortsbezogene Erinnerungen: Wer einen bestimmten Ort verlässt oder betritt, wird an eine Aufgabe erinnert, etwa beim Verlassen der Wohnung mit der Meldung „Flugticket dabei?“. Der Kurznachrichtendienst Twitter ist ab iOS 5 fester Bestandteil des Systems.

September 2012 erscheint die nächste Systemversion. Wohl im Zuge des Streits mit Google um Android beziehungsweise des Stellvertreterkriegs mit Samsung trennt sich Apple bei iOS 6 von fast allem, was Google anbietet. Mit der neuen Karten-App findet Google Maps an iOS-Geräten nicht mehr statt. Stattdessen setzt Apple auf Karten, die man von Navi-Profi Tomtom lizenziert hat, und peppt das Angebot mit eigenen Technologien oder solchen aus Unternehmensübernahmen auf. Neben Karten ist die Weiterentwicklung des intelligenten Sprachassistenten Siri gelungen. Mehr und mehr mausert sich die Technologie zu einer echten Assistenzfunktion mit Zugriff auf Apps und Internet-Dienste. Passbook wird als digitale Brieftasche für Kundenkarten, Coupons und Bordkarten angekündigt. Viele Apps haben neue Funktionen verpasst bekommen, einige davon setzen mindestens ein iPhone 4S voraus. Apple hat bei iOS 6 aber für alle gewaltig im Bereich Sicherheit nachgebessert. Trotz Facebook, Twitter & Co. ist Mail einer der wichtigsten Internet-Dienste. Unter iOS 6 hat Apple die Funktionen aufgepeppt. VIP-Postfächer sind der Platz für alle Mails von für Sie wichtigen Personen. Neben Mail ist natürlich auch das Web ein wichtiger Internet-Dienst. Dank iCloud können Safari-Nutzer unter iOS 6 ihre geöffneten Tabs mit anderen iOS-Geräten gemeinsam teilen.

Im September 2013 kommt iOS 7. Es ist nicht nur ein kleines Facelifting, sondern zumindest in optischer Hinsicht ein echter Neuanfang. Auf den ersten Blick fallen die vereinfachten Icons auf und die ungewohnte Mischung aus einfachen Formen, dünnen Schriften und knalligen Farben. Das Springboard von iOS 7 nutzt nicht nur andere Icons, Fenster und Tasten, sondern legt auch einen neuen internen Aufbau zugrunde. Es setzt auf ein Schichtmodell, bei dem die jeweiligen Elemente auf verschiedenen Ebenen platziert werden. Die fehlende Möglichkeit, schnell an häufig gebrauchte Einstellungen zu kommen, monieren iPhone-Nutzer schon seit Jahren. Über das Kontrollzentrum kann man Einstellungen für WLAN oder Bluetooth ändern, auf Ortungsdienste oder den Rechner zugreifen. Auch der Nicht-Stören- und der Flugzeugmodus lassen sich hier aktivieren. Dazu wird eine der am häufigsten geladenen Zusatz-Apps überflüssig: iOS 7 nutzt die Blitz-LED als Taschenlampe. Zwei iOS -7-Geräte mit aktivem Airdrop finden sich automatisch. Airdrop erfordert aktuelle WLAN-Chips und funktioniert deshalb erst ab dem iPhone 5 beziehungsweise dem iPad 4.

Die Sprachsteuerung Siri erhält in iOS 7 neue Stimmen, auch eine männliche. Die Foto-App bietet neue Sortierungsfunktionen, die iPhone-Kamera erhält in iOS 7 ebenfalls eine neue Oberfläche und neue Funktionen. Zwischen dem Video-, Foto-, Quadrat- oder Panoramamodus kann man per Wischgeste wechseln. Außerdem sind einige Filter für Fotoeffekte hinzugekommen. Die Oberfläche von Mobile Safari hat Apple komplett überarbeitet. Wie bei der Desktop-Version gibt es nur noch ein Eingabefeld für Adresseingabe und Suche. Darüber hinaus lassen sich von Apples neuem Desktop-Betriebssystem Mavericks Orte und Routen direkt auf das iPhone schicken. Die Wetter-App erhält in iOS 7 ebenfalls eine neue Oberfläche.

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