919093

Die Formatkriege: AAC vs WMA

04.02.2004 | 12:10 Uhr |

Wieder einmal stehen sich Apple und Microsoft in einen Zweikampf verwickelt. Doch die Frage WMA oder AAC könnte sich pragmatisch lösen - die Musikindustrie zögert noch.

In einem Artikel beleuchtet TechNews World AAC und WMA, die beiden konkurrierenden Musik-Kompressionsformate für legale Download-Dienste.

Es ist eine verzwickte Situation: Apple hat momentan einen riesigen Marktanteil in diesem Markt, Microsofts WMA unterstützen jedoch eine Vielzahl von Playern und Download-Diensten, während auf AAC allein Apple mit iPod und iTMS setzt. Und trotz der Vereinbarung mit Hewlett-Packard ist HP lediglich ein Apple-Lizenznehmer, das heißt das AAC Hardware- und Musikdienst-Spektrum wird durch sie nicht vergrößert.

Die Musikindustrie, die eigentlich das größte Interesse daran haben sollte, dass ein einheitlicher Standard geschaffen wird zeigt jedoch kein großes Interesse und "konzentriert sich lieber auf das Verklagen der Leute", so Yankee Group Analyst Mike Goodman.

Die Konsumenten schreckt dies natürlich ab, denn niemand will auf das falsche Pferd setzen. Es ist jedoch noch nicht absehbar welches Pferd letztendlich das falsche ist, und das bewirkt Zurückhaltung beim Kauf.

Gartner-Analyst Mike McGuire vermutet, dass der legale Online-Musikmarkt für die Labels einfach noch zu klein ist, um sich für einen einheitlichen Standard stark zu machen.

Die Frage AAC oder WMA könnte ich jedoch mit "sowohl als auch" beantworten lassen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sind Apple und Microsoft schon in Verhandlungen, um Interoperabilität zwischen den konkurrierenden Kompressions- und Rechtemanagement-Formaten zu schaffen.
Das WMA-Rechtemanagement stellt unter Ma-OS allerdings ein Problem dar, da Apple in sein Betriebssystem nativ keine DRM-Unterstützung eingebaut hat, was auch der Grund ist, warum DRM-geschützte WMA/WMV-Dateien nicht einmal im Windows Mediaplayer 9 für Mac-OS X lauffähig sind.

Kommentar

Sollte die Musikindustrie irgendwann mal einen einheitlichen Standard forcieren wollen ist zu erwarten, dass sie keinem der beiden Konkurrenten alleine das Sagen über den zukünftigen Standard geben wird. Die Musikindustrie hat verständlicherweise kein Interesse daran, sich bei einem neuen Standard von einem Hersteller exklusiv abhängig zu machen und hat sich auch schon gelegentlich in der Vergangenheit sowohl von Microsoft als auch Apple distanziert. Schließlich geht es hier ja um den direkten Nachfolger von LP und CD, und hier gibt niemand gerne das Ruder aus der Hand.
Es ist jedoch schon lange höchste Zeit: MP3 will man wegen fehlenden Rechtemanagements nicht, der iTunes Musicstore scheint den großen Labels trotz dessen großen Erfolges nicht recht geheuer und vor Microsoft hat man Angst, weil die Vergangenheit gezeigt hat, wie schnell man in der Umgebung der Gates-Company zur Bedeutungslosigkeit reduziert werden kann. Man würde digitale Downloads gerne dazu nutzen, Nutzungsrechte zu etablieren, von denen man schon lange geträumt hat, aber ist das wirklich der richtige Zeitpunkt um dem Kunden die Nutzungsrechte einzuschränken? Der Konsument selbst ist nämlich schon lange angekommen im neuen Zeitalter und die Musikindustrie lernt das gerade auf die harte Tour. Ist es nicht schon seit Jahren allerhöchste Zeit endlich zu handeln und den Kunden zu geben, wonach sie verlangen?

Kategorie

Info

MP3-Player

Preise und Händler

0 Kommentare zu diesem Artikel
919093