913530

Die Freitags-Kolumne

11.07.2003 | 12:59 Uhr |

Darüber, wie Apples nächste Version des Mac-OS aussieht, hat schon mancher spekuliert. Dass das Betriebssystem einen Image-Wechsel durchmacht, ist dabei nur wenigen aufgefallen:

Ein paar aufmerksame Mac-Anwender haben es schon bemerkt: Seit Panther auf dem Sprung ist, und den Jaguar ins Altenteil verjagen will, verschwindet auch das wilde Raubkatzendesign aus Mac-OS X. Noch zieren Schachtel und CD das mit den bunten Punkten hinterlegte X, das nicht nur unsere Grafikerinnen zu manch typografischer Spielerei anregte, doch die Tage des wildgemusterten Fells sind gezählt.

Mit Panther zieht schlichte und schwarze Eleganz ins Betriebssystem ein. Und während die einen noch heftig darüber spekulieren, wie viele Bestandteile der neuen Mac-OS-Version nun wirklich schon 64-Bit-optimiert sind, und ob der Finder nun endlich schneller wird und warum, sinnieren die anderen über die wirklich wichtigen Fragen: Was soll uns die Abkehr von der Farbigkeit bedeuten und warum wird sich wohl keine weitere Raubkatze als Namensgeber für Mac-OS X, Version 10.4 qualifizieren kšnnen.

Letzteres ist schnell beantwortet: Dass der Löwe wegen seines trägen Naturells ausscheidet, weiss jeder, der schon den gelben Raubkatzen beim Gähnen zugesehen hat. Und den Tiger hat schon ein anderes Unternehmen in den Tank gepackt. Nach Gepard, Puma, Jaguar und Panther bietet die Tierwelt einfach keine passende Katze mehr, um Apples "besser, schneller, stärker"-Anspruch zu symbolisieren.

Doch das neue stählerne X steht für mehr als die Abkehr vom Tierreich. Vielleicht hat Steve Jobs ja dem Image seines nächsten Mac-OS die gleiche Maxime zu Grunde gelegt, wie seinem eigenen Outfit. Erst vor kurzem hatte nämlich ein Artikel des seriösen Austin American Statesman darüber spekuliert, wie es denn sein könne, dass der CEO eines Unternehmens, das offensichtlich so viel Wert auf Gestaltung und Design lege, selbst immer in dem gleichen schwarzen Stehkragenpullover/T-Shirt und der obligatorischen Jeans auftrete. Und das auch bei so wichtigen Ereignissen wie der Vorstellung der neuen Power Macs G5 oder des nächsten Kassenknüllers aus dem Hause Pixar. Und das bei einem Gehalt, das wohl für etliche Armani-Anzüge samt passenden Accessoire reichen sollte.

0 Kommentare zu diesem Artikel
913530