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Die Freitags-Kolumne

15.08.2003 | 11:00 Uhr |

Während Andere am Feiertag im Stau stehen oder im Büro schwitzen, wissen findige Juristen mit der richtigen Klage Geld zu verdienen.

In Bayern und anderen katholischen Gegenden ist der heutige 15. August, Mariä Himmelfahrt oder Ferragosta, ein Feiertag. Ungerecht mag das Protestanten erscheinen, in Bundesländern mit überwiegend evangelischer Bevölkerung bleibt der 15.8.2003 trotz Tief Lothar ein Schweiß treibender Arbeitstag.

Gut, dass der 15. August in diesem Jahr auf einen Freitag fällt und sich an das Wochenende anlehnt wie ein Wahlplakat an einen Laternenpfahl. Sonst ginge wieder die Diskussion los, die im Juni Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement mit seiner Forderung losgetreten hat, den ein oder anderen Feiertag zugunsten des Brutto-Inlandsproduktes abzuschaffen. Vor allem die so genannten Brückentage, die vorwiegend an Donnerstagen abgehaltene kirchliche Feiertage im Frühsommer zur Folge hatten, waren dem Minister ein Dorn im Auge. Denn nicht nur an Fronleichnam, Himmelfahrt - und zu allem Überfluss in diesem Jahr auch noch am 1. Mai - ruhte die Produktion, auch die darauf folgenden Freitage trugen für die meisten Arbeitnehmer ihren Namen zu Recht. Gigantische Staus am Mittwoch und am Sonntag Abend waren die Folge, als Kurzurlauber die Ausfallstraßen und Autobahnen verstopften.

Deutschland solle ja nicht zum Freizeitpark verkommen, schimpfte so mancher Politiker und Arbeitgeberverbandspräsident, es soll sich eher ein Beispiel an den USA nehmen, die bis auf Weihnachten und Thanksgiving ihre Feiertage beweglich halten und auf den Montag schieben. Die Argumentation hat jedoch einige Haken, so häufen auch die vermeintlich fleißigeren Amerikaner ein Rekorddefizit an und für die Rezession der Sommermonate machen Experten auf Grund des starken Euro schwächelnde Exporte und unsinnige Metallerstreiks verantwortlich.

Schon im nächsten Jahr liegen zumindest die festen Feiertage arbeitgeberfreundlich im Kalender, der 1. Mai ein Samstag, der 15. August und der 3. Oktober Sonntage und die Weihnachtsfeiertage bilden das letzte Wochenende des Jahres.
Bleiben die kirchlichen Feiertage im Frühjahr. Wenngleich kaum einer der Brückentägler an einer Fronleichnamsprozession teilnimmt, schließlich werden die Kirchen und die Säckel der Kirchensteuerämter immer leerer, nimmt man eben gerne mit, was da quasi auf der Straße liegt. Schließlich haben heute auch die mehrheitlich evangelischen Franken frei ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Das Geld liegt auf der Straße

Mitgenommen, was geht, hat auch in dieser Woche auch die kalifornische Anwaltskanzlei King & Ferlauto. Die Sozietät der Winkeladvokaten darf sich über kräftige Provisionen freuen, die sie aus Zahlungen Apples an ihre Klienten abzweigen. Vor etwa einem Jahr hatten King & Ferlauto gegen den Mac-Hersteller eine Sammelklage eingereicht, wegen irreführender Werbung für Mac-OS X. Denn das Apple-Unix laufe eben keineswegs auf allen G3-Systemen einwandfrei. Das habe Cupertino aber behauptet und dabei nur das erste Powerbook G3 explizit ausgenommen. Tatsächlich lassen sich Cheetah, Puma und Jaguar auch auf beigen G3s, den Revisionen A-D des iMac (Bondi Blue und fruchtfarben mit CD-Schlitten), den Powerbook-Linien Wallstreet und Lombard sowie den iBook-"Damenhandtäschchen" in orange und blau installieren, es hapert auf den alten Maschinen jedoch an Hardware beschleunigtem Quicktime, DVD-Playback und Open-GL-Unterstützung.

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