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Die Freitagskolumne

31.10.2003 | 11:34 Uhr |

Neues aus der Windows-Welt zu betrachten lohnt immer. Nicht nur, wenn man als Macianer ein wenig Mitleid mit den Anwendern von der anderen Seite haben möchte.

Musikdownloads ab 75 Cents - Mac-Anwender müssen draußen bleiben

Kostenpflichtige Anbieter von Musikdownloads sprießen nach dem Vorbild von Apples iTunes Music Store zurzeit geradezu aus dem Boden. Goldgräberstimmung - alte Recken wie Napster, aber auch Newcomer in diesem Geschäft wie Dell wollen beim Online-Run auf die Charts kräftig mit verdienen. Das bisher günstigste Angebot dazu gibt es seit kurzem bei Karstadt.de, das sich vom Online-Musikhändler OD2 beliefern lässt: Bereits ab 75 Cent kann man dort Tracks wie Scooter - Maria, Sean Paul - Get Busy oder auch angeblich exklusiv zwei Wochen vor dem öffentlichen Release die neue Single "Slow" von Kylie Minogue herunterladen. Auch Stücke von Dido, Robbie Williams oder Eminem finden sich unter den etwa 200.000 Liedern im Angebot. Eine komplettes Download-Album gibt es für 12,50 Euro. Bezahlt wird per Kreditkarte (Master und Visa) oder Prepaid - nur bei letzterer Variante mit eintauschbaren Credits kommt man in den Genuss des günstigen Preises von 0,75 Euro pro Track. Sonst zahlt man ca. 1 Euro. Nachteil für Mac-User, aber auch für Windows-Anwender, die dem Internet-Explorer von Herzen misstrauen: Der Online-Musicshop von Karstadt lässt sich auf Grund der zahlreichen Active-X-Steuerelemente und Skripts ausschließlich mit dem Microsoft-Browser unter Windows starten. Auch die Mac-Version des IE gestattete bei unserem Test keinen Zugriff auf die Musikdownloads bei Karstadt.de
Info: www.karstadt.de

Wir meinen: Gut, dass uns Mac-Anwendern Apple keinen bestimmten Browser aufnötigt, wenn wir im iTunes Music Store shoppen gehen wollen, der frei von proprietären Technologien wie Active X bleibt. Wir sehen uns auf der richtigen Seite der Computer-Anwenderschaft lediglich gezwungen, die eine Jukeboxsoftware und den einen Musikplayer zu verwenden. Das es sich jeweils um die besten ihrer Art handelt, vermissen wir nichts. Ach ja, und eine Adresse in den USA die brauchen wir natürlich auch noch. Zumindest, bis sich Apple Europa mit der Musikindustrie auf dem alten Kontinent geeinigt hat. Nächsten Frühsommer oder irgendwann später. Aber solange können wir auch auf Scooter, Kylie oder Eminem verzichten und kaufen die jüngsten Werke von Steely Dan, Van Morrison oder Steve Hackett besser als Hardcopy in der realen Musikabteilung von Karstadt.

PCs im Jahre 2006 - Longhorn-Tests schon im November...

Wie unser Schwestermagazin Gamestar berichtete, macht Bill Gates sich derzeit Gedanken über die Leistungsfähigkeit von PCs im Jahr 2006. Diese sollen unter anderem CPUs mit 4 bis 6 GHz, 2 GByte und mehr Arbeitsspeicher, 1-Terrabyte-Festplatten sowie Grafikkarten mit dreimal mehr Leistung als heute zu bieten haben. Ob der Microsoft-Präsident dabei auch schon an die Anforderungen für sein neues Betriebssystem "Longhorn" dachte? Damit wird es ja wohl bis 2005 oder vermutlich sogar 2006 Zeit haben. Doch dem Vernehmen nach erhalten einige Auserwählte schon im November die Gelegenheit, eine Alpha-Version des XP-Nachfolgers zu testen. Dabei müssen die Versuchspersonen auf einige zukünftige Features wie das neue Desktop-GUI "Aero" verzichten. Zahlreiche Screenshots dazu inklusive der andockbaren Sidebar finden sich auf Paul Thurrotts Winsupersite.com . Eines aber soll schon 100 Prozent Windows sein - auch die Alphatester müssen ihre Version registrieren und aktivieren lassen...

Wir meinen: Es ist immer schön, wenn eine Firma einen Visionär an ihrer Spitze hat, auch wenn Bill Gates offiziell in Redmond nur noch der oberste Softwarearchitekt ist. Sein Blick reicht viel weiter als der des Gurus der Mac-Szene, Steve Jobs. Der konnte nur versprechen, im Jahr 2004 Power Macs G5 mit einer Taktrate bis zu 3 GHz auszuliefern. Gates stützt sich in seinen Prognosen hingegen auf das empirische Moore'sche Gesetz, über dessen Grenzen Experten wohl auch noch im Jahr 2006 streiten werden, wenn sich nicht Historiker damit befassen, warum es plötzlich 2004 aufgehört hat zu gelten. Aber einstweilen muss man sich vor dem friedlich grasenden Rindvieh Longhorn keine Sorgen machen, andere "revolutionäre" Entwicklungen wie eine XML-Grafikengine und die Kontext abhängige Einordnung von Dokumenten, kennt Mac-OS X schon als Quartz Extreme (seit Jaguar) oder Piles (Entwicklerversionen von Panther, vermutlich in Mac-OS X 10.4 realisiert). Bill Gates hat wohl weniger in die Glaskugel geschaut als auf die Website der Apple Developer Connection.

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