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Die Freitagskolumne

14.11.2003 | 11:47 Uhr |

Ein offenes Buch vor sich zu haben, kann ja sehr informativ sein. Ärgerlich ist das jedoch beim Powerbook. Und noch ärgerlicher, wenn das nicht der einzige Fehler ist.

Am 16. September war es soweit: Nachdem Steve Jobs auf der Expo in Paris der Welt neue Powerbooks verkündet hatte, hat der Handel diese sofort angeboten. Ein freudig gespannter Macweltler rief gleich bei Comspot an, um sich den Wunsch eines 15-Zoll Powerbooks zu erfüllen.

Mit der erfreulichen Information, dass das ersehnte Stück bereits anderthalb Wochen später bei mir eintreffen würde, lege ich den Hörer auf. Eine emotional anstrengende Geduldsprüfung beginnt. Nach 14 Tagen verspüre ich dann erstmals das Bedürfnis nachzuforschen, wo denn mein Powerbook bleibt. Der freundliche Mensch am anderen Ende der Leitung vertröstet mich auf "spätestens Mitte nächster Woche," schließlich sei ich auf der Warteliste bereits an zweiter Stelle. Als "Mitte nächster Woche" um ist und meine Geduld nach der ersten Vertröstung schon etwas nachlässt, ist ein weiterer Anruf beim Händler fällig. Diesmal entlässt mich der Comspot-Mann mit der Erklärung er könne mir leider nicht genau sagen wann und wie viele Notebooks Apple in den nächsten Wochen ausliefern werde, aber es könne sich eigentlich nur um Tage handeln.

Vier Wochen nach meiner Bestellung ist der ersehnte Tag endlich da, eine Versandbestätigung des Powerbooks liegt in meiner "Inbox" und so halte ich den mobilen Design-Rechner auch tatsächlich am nächsten Tag in den Händen.

Die Spannung während des Auspackens ist groß und dann drücke ich endlich auf den "Power-Knopf" meines Apple-Rechners. Nach Software-Installation und einigen Einstellungen klappe ich das Laptop zum ersten Mal zu, um es in den Ruhezustand zu versetzen. Und da passiert es: Das Häkchen rastet nicht richtig ein und der Deckel springt unvorhergesehen wieder auf. Auch nach wiederholtem Auf-und Zuklappen schwingt der kleine Haken nicht richtig aus dem Deckel und rastet nur ungern im Verschluss ein. Panik kommt auf.

Nach einem Anruf bei Comspot, wähle ich die Nummer der Apple-Care-Hotline, weil Comspot meint die Schadensabwicklung laufe - in meinem Interesse - am schnellsten über Apple selbst ab. Bei Apple werde ich dann freundlich auf den nächsten ASP (Authorised Service Provider) in meiner Nähe aufmerksam gemacht, der sich das Gerät doch einfach mal anschauen solle. So eile ich zu besagtem Apple-Händler und nach kurzem rumbiegen am Häkchen schließt das Powerbook erstmal wieder. So mache ich mich mit etwas gemischten Gefühlen auf den Heimweg.

Es vergehen drei Wochen, das Schließproblem hat sich einigermaßen erledigt, auch wenn das Display nicht immer fehlerfrei zuklappt. Und dann der nächste Schock. Unverhofft tauchen sie aus dem Nichts auf: Die Flecken. Vier helle rautenförmig angeordnete Flecken im Mittelbereich meines schönen Powerbook-Displays. Und so wird ein zweiter Anruf beim Care-Center von Apple notwendig. Eine sehr hilfsbereite Dame notiert sich höflich meine Mängelpunkte und schickt einen Paketdienst, der mir das ansonsten so perfekte Notebook wieder wegnimmt und es nach Holland bringt. Auf zehn Tage solle ich mich einstellen hatte mir die Apple-Support-Frau noch gesagt - eine lange Zeit so ganz ohne Powerbook!

Doch schon nach vier Arbeitstagen ist der Alu-Rechner zurück und wie ich hoch erfreut feststellte auch ohne Schließ-und Fleckenprobleme. Ein guter und schneller Service. Allerdings, ein Wehrmutstropfen bleibt: Eine nun etwas ausgeweitete Fuge mit Eingriffsspuren hinten am Display die wohl bei der Beseitigung der Flecken entstanden ist. Und die Moral von der Geschicht? Kauf’ kein Laptop aus der ersten Serie nicht.

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