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Die Freitagskolumne

26.03.2004 | 13:00 Uhr |

Die Windowskolumne für notorische Macianer: Wir beantworten Ihnen, was Sie über die Windows-Welt wissen wollen, sich aber nicht zu fragen trauen...

Schwer gewichtiger Kandidat aus den USA...

... nein, nicht ein neuer Mitbewerber um die Präsidentschaft ist damit gemeint, etwa ein fülliger Kandidat im Vergleich zu dem eher schmächtigen Demokraten John Kerry. Aber tatsächlich US-amerikanischen Ursprungs, und mit 260 MB Download wahrhaftig kein Leichtgewicht ist, was Microsoft.com kürzlich mit dem Windows Service Pack 2 Release Candidate 1 bereitgestellt hat. Wie der Name schon sagt - Release Candidate - wirklich erst einmal als Kandidat gedacht, das finale Update wird voraussichtlich im Juni erscheinen. Vorläufig rät Redmond davon ab, das Paket auf PCs zu installieren, die für die eigene Produktivität wichtig sind. Ach - gibt es auch andere?!
Jedenfalls hat Microsoft diesmal besonders viel Wert auf die Sicherheit gelegt. Mit der neuen Firewall etwa. Dem Security Center. Einer standardmäßig aktivierten Warnung bei herunter geladenen Dateien aus dem Internet. Und, weniger der Sicherheit als dem Abschalten nerviger Fenster dienend, der Pop-Up-Blocker, den man freilich nur für den Internet Explorer von Microsoft braucht. Denn bei anderen Browsern ist das schon seit langem Standard, dass man automatisch aufpoppende Werbefenster unterdrücken kann. Mit Zusatzprogrammen wie dem Avant Browser ging das Blocken im IE schon seit einiger Zeit, und sogar Tabs lassen sich im Internet Explorer mit der Freeware darstellen. So weit ist Microsoft bisher nicht selbst gekommen, derartig komfortable Funktionen in seinen Browser zu integrieren. Aber die Milliarden schweren Jungs von Bill Gates werden sich schon etwas Sinnvolles dabei gedacht haben, anders wären sie wohl kaum Milliarden schwer geworden?!
Den Vorreiter in Sachen Pop-Up-Fensterblocken beim Internet Explorer hat übrigens AOL gespielt, bei dem das seit Version 8.0 (für Windows) auf Wunsch per Knopfdruck schon länger funktioniert. Anders als die Mac-OS X-Ausgabe, die auf der Mozilla-Gecko-Engine aufsetzt, läuft die Windows-Variante von AOL wie gehabt mit dem Internet Explorer. Daran dürfte sich jetzt wohl erst recht nichts ändern, nachdem Microsoft angeblich ein begehrliches Auge auf den Internet-Riesen geworfen hat. Was übrigens in keiner Weise mit dem vorauseilenden Pop-Up-Blocker zu tun hat...
Und für Microsoft trotz der voraussichtlichen 500-Mio-Euro-Strafe nicht wirklich ein finanzielles Problem wäre. Ob eine solche gigantische Übernahme dem Wettbewerb dient, ist dann noch einmal eine andere Frage.

Info: Microsoft.com

Deutschland sucht den Supercomputer

Keine Sorge: Eine neue Show zum Abschalten mit Michelle Hunzinger und Dieter Bohlen als PC-Experten soll es unseres Wissens nicht geben. Aber die Kollegen von der Computerbild haben in ihrer aktuellen Ausgabe (Heft 7/04) entsprechende Superlative gefunden, und sei es ex negativo , so etwa beim Fazit zum getesteten Fujitsu-Siemens-PC auf Seite 42: "Deutschland sucht den Supercomputer. Der 'Scaleo 600 A 64 Deutschland-Edition' hat's nicht gepackt", resümiert das Blatt. Dafür aber müsste dieser begehrenswerte Titel nach der Logik von Computerbild wohl an den aktuellen Medion Titanium MD 8083 vergeben werden. Denn, so die Bild-Redakteure: "Der 'MD 8083' erzielte die höchste Arbeitsgeschwindigkeit, die Computerbild bisher bei einem Computer gemessen hat."
Das klingt ja wirklich beeindruckend, zumal Aldi dafür den Schnäppchenpreis von 999 Euro verlangt. Da muss sich die Mutter warm anziehen, denn mit an Bord ist für den Preis bereits ein DVD-Brenner, angetrieben wird das Stück von einem 3 GHz-Pentium-Chip mit Hyperthreading-Technologie, für den Bildaufbau insbesondere bei Spielen sorgt eine ATI Radeon 9800 XT (128 MB). Was will man mehr? Nun ja, da würde uns schon noch einiges einfallen. Ein Diskettenlaufwerk vielleicht? Kleiner Scherz, aber tatsächlich kritisiert Computerbild bei den getesteten Rechenknechten das eventuell fehlende Diskettenlaufwerk, auch beim Aldi-PC. Vermutlich die einzige Gemeinsamkeit mit einem Mac, bei dem die entsprechenden Einschübe ja schon seit Jahren abgeschafft sind.
Doch sehr viel mehr würde uns interessieren, welche Arbeitsgeschwindigkeit Computerbild wohl genau gemessen hat. Vermutlich mit Funktionen in Microsoft Office oder gar nur der immerhin dem PC beiliegenden Works Suite 2004 (inklusive Word 2002)? Dem Brennen von DVDs und CDs oder dem Kopieren von Daten zwischen Laufwerken und Medien? Für den Aldi-Computerkäufer mögen solche Infos genügen. Aber wie sieht es im Bereich der auch bei Hobbyanwendern immer wichtiger werdenden Bildbearbeitung aus, etwa mit Photoshop, und sei es PS Elements 2? "Die höchste Arbeitsgeschwindigkeit, die Computerbild bisher bei einem Computer gemessen hat" - hier wüssten wir gern ein wenig mehr, ein Kasten in der Art von "So haben wir getestet" wäre das Mindeste.
Die Firma Apple nimmt Computerbild übrigens schon lange nicht mehr wahr, früher einmal gab es dort noch eine eigene Seite für die Cupertino-Produkte. Inzwischen wird Apple selbst beim Test von MP3-Playern ignoriert. Seriös ist das nicht, besonders dann, wenn es um den Marktanteil geht, die iPods sind hier bekanntlich Marktführer. Und ob sich dieser tolle Titel mit der höchsten bisher gemessenen Computer-Arbeitsgeschwindigkeit im Vergleich zu einem G5 noch halten ließe? Richtig ist natürlich, dass man nur Daten dafür vorzeigen kann, was man gemessen hat. Ansonsten empfehlen wir, einen solchen Medion-PC einmal anzufassen und sich zu schütteln über das billige Plastik, das dort verbaut ist. Dagegen ist ein Dell- oder Sony-Vario-PC der reinste Mercedes. Und Macs? Ferraris natürlich. Abgesehen von der Farbe...

Info: Computerbild.de , Aldi Süd

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