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Alle Highlights von iOS 8 - was auf uns zukommt

03.06.2014 | 00:17 Uhr |

Entwickler nehmen die Beta von iOS 8 unter die Lupe: Zahlreiche Verbesserungen im Detail machen das iOS-Update zu einer runden Sache

Teile und herrsche – auch wenn das Motto usprünglich anders gemeint war, trifft es auf das nächste Update von iOS zu. Apple hat diesmal weniger an der Optik gefeilt, als an den Fähigkeiten zur Kommunikation. Spannend sind die Verbesserungen im Foto-Bereich, hierzu lesen Sie einen eigenen Beitrag.

 

Viele Detailverbesserungen machen iOS 8 auf den ersten Blick zu einer runden Sache. Ob es das ist, wird sich erst zeigen, wenn die finale Version im Herbst zum Download steht. Während der Keynote haben wir uns folgende Highlights notiert:

 

Nachrichtenzentrale . Apple hat die Nachrichtenzentrale so weiterentwickelt, dass sich neue Meldungen aus jeder App heraus beantworten lassen oder direkt vom Startscreen, ohne dass erst der Freischaltcode eingegeben werden muss. Auf einen doppelten Tap zeigt iOS 8 ein Multitasking-Menü mit den meist benutzten Kontakten.

 

Mail. Auch hier viele kleine praktische Details. Mail kann künftig aus einer E-Mail heraus einen Termin anlegen und erlaubt eine weit ausgeklügeltere Steuerung durch Wischgesten. Zu den schon bekannten Optionen gesellen sich unter iOS 8 das Setzen von Flags, das Löschen, das Markieren als ungelesen. Besonders sinnvoll erscheint die Funktion, einen Entwurf nach unten „wegwischen“ zu können, dies sollte vor allem das Kopieren von einer Mail in eine andere erleichtern.

 

Home Kit: Das vernetzte Heim

Apple will dieses Feld nicht vernachlässigen, wie das Home Kit beweist. Anders als Google scheint Apple jedoch keine eigenen Geräte zu planen - iPhone und iPad mit iOS 8 sollen aber die Steuerzentrale des automatisierten Heims werden. Es gibt ja bereits unzählige Wohnungs-Accessoires, die man per iOS steuern kann: Türschlösser von Kwikset, Waagen von Withings oder die per App steuerbare Lampen von Philips.

Bei Home Kit handelt es sich nicht um eine eigene App, sondern eine neue Schnittstelle für Entwickler. Wie Craig Federighi bei der Präsentation erklärt, bietet die API Home Kit unter iOS 8 Drittfirmen ein gemeinsames Protokoll für den Informationsaustausch, das so genannte Home Automation Protocol. Mit diesem gemeinsamen Protokoll soll es möglich sein, mehrere dieser Geräte, auch Geräte unterschiedlicher Hersteller, in einem virtuellen „Home“, einer „Zone“ oder einem „Room“ zusammenzufassen. Das macht es möglich, alle Geräte in einem Raum gemeinsam zu steuern - entweder über eine App oder dank Siri-Unterstützung durch einen einzigen Sprachbefehl. Was ein Gerät mitbringen muss, um zu Home Kit kompatibel zu sein, ist indes unklar. Gut möglich, dass Apple eine Lizenzierung in der Art von "Made for iPhone" vorsieht. sw

Mehr Details zu Home Kit lesen Sie hier


Safari. Nicht ganz so viele Superlative wie bei der neuen OS-X-Version, aber ein paar Verbesserungen aus Mavericks (Tab-Ansicht) und Yosemite (neue Sidebar) hat Apple auch seinem mobilen Browser zukommen lassen.

 

Tastatur. Unter dem Namen Quick Type präsentiert Federighi eine neue Tastatur, die schon während der Eingabe Vorschläge für das jeweilige Wort präsentiert. Dabei soll sie sich sogar dem Duktus der jeweiligen Kommunikation anpassen, bei einer SMS an die Freundin andere Vorschläge machen als bei der Antwort-Mail an den Vorgesetzten. Was die Funktion dabei über ihren Anwender lernt, soll jedoch auf dem iPhone oder iPad bleiben, Federighi betont bei seiner Keynote-Präsentation, dass Apple keine Antworten auf irgendwelchen Servern lagern wird. Mit der Zeit soll die Funktion sogar schon aus Textbausteinen einfache Antworten vorgeben. Große Freude, die neue Funktion soll in der finalen Version von iOS 8 auch für die deutsche Sprache funktionieren. Ein erster Anbieter von virtuellen Tastaturen kündigt bereits eine Lösung an.

 

Neuheiten für Fotos und Kamera

Apple organisiert seine Fotos in seiner eigenen App Fotos. Doch in iOS 7 sind die Funktionen dieser App noch eingeschränkt. Mit iOS 8 wird Apple dagegen einige interessante Neuerungen bringen, die den Umgang mit Fotos erleichtern. Ein zentraler Bestandteil ist, dass iOS 8 die Fotobibliothek in der iCloud speichert. Jedes Foto, das man mit iOS 8 aufnimmt, wird so per iCloud automatisch auf allen eigenen Geräten bereit gestellt. Momentan muss man die Fotos als Fotostream frei geben.

Da sich so mehr Bilder speichern lassen als auf einem iOS-Gerät passen, muss man sie auch durchsuchen und filtern können. Genau dies wird die Foto-App von iOS 8 können: Fotos sollen sich beispielsweise nach Datum oder Aufnahmeort filtern lassen. Auch nach Album-Namen kann man unter iOS 8 suchen.

Die neue Foto-App wird Bestandteil von iOS 8 sein, für OS X Yosemite hat Apple ein Äquivalent angekündigt, das im Frühjahr 2015 kommen soll. Da die neue Foto-Lösung auch weitere Bildbearbeitungsmöglichkeiten mit sich bringt, dürfte sich iPhoto erledigt haben. Sowohl auf dem iPad/iPhone als auch auf dem Mac. Mehr Details zu Apples neuer Fotolösung finden Sie hier .

Indes hat Apple auch die Kamera-App aufgebohrt. Darüber "freuen" sich aber einige App-Entwickler, deren Lösungen obsolet werden: Die Kamera hat von Apple nun auch einen Selbstauslöser und die Möglichkeit für Zeitrafferaufnahmen spendiert bekommen . mas

Nachrichten. Die Verbesserungen in Apples Chatfunktion bestehen aus Gruppenchats, aus denen sich während einer Unterhaltung Teilnehmer entfernen oder zufügen lassen oder einer Stummschaltung für bestimmte Unterhaltungsstränge. Während eines Chats kann man seinen Ort freigeben, wenn sich mehrere miteinander unterhalten und ihren Aufenthaltsort zeigen, kann man dies auf einer kleinen Karte sehen. Cool ist Tap to Talk, mit dem sich auf Knopfdruck Audionachrichten oder Videos aufnehmen und per Chat verschicken lassen. Wie die Keynote-Präsentation beweist, klappt das sogar für Selfies. Wir finden die Tatsache, dass man solche Nachrichten auch ohne Entsperren des iPhone abhören und beantworten kann, weitaus nützlicher.

 

iCloud Drive. Nun haben auch iPhone und iPad ihren iCloud-Speicher, der vor allem den Datentausch über Applikationen deutlich erleichtern soll. iCloud Drive spendiert erstmal 5 GB kostenlosen Speicherplatz, wer mehr braucht muss dafür zahlen. iCloud Drive integriert Mac, iPhone, iPad und Windows-PCs.

 

Siri . Auch die Assistentin bekommt ein Udpate, ein freundliches „Hey, Siri“ reicht künftig, um sie zu aktivieren. Mit Shazam-Integration kann sie künftig erkennen, welches Leid gerade im Radio läuft und ihn auf Wunsch gleich im App Store kaufen. Ebenfalls überarbeitet haben die Entwickler Siris Fähigkeiten zur Spracherkennung und beim Diktat.

 

"Apple geht den Weg der Integration"

"Apple geht den Weg der Integration"
© 2015

Apples Entscheidung, die Schnittstellen in iOS 8 soweit zu öffnen, dass Entwickler App-Funktionen systemweit zur Verfügung stellen können, begeistert Elgatos Chefentwickler Florian Dejako. Was er als "Premium-Paltz" ansieht, lesen Sie im Interview, das wir auf der WWDC geführt haben .

Übersichtlicherer App Store: Der App Store ist eine wichtige Schnittstelle für die Kommunikation zwischen App-Entwickler und Endnutzer. Neue Marketing-Instrumente sollen künftig die Entwickler unterstützen. Entwickler können zudem Apps in Bundles verpacken.

Statt der ersehnten iWatch präsentiert Federighi das Health Kit für iOS 8, das in Optik und Funktionalität ziemlich nahe an dem ist, was schon vor einigen Monaten auf der Webseite 9to5Mac zu lesen war. Health Kit sammelt Informationen aus Fitness-Trackern oder anderen Geräten etwa zum Messen von Blutdruck, Blutzucker und mehr. Sofern es der Anwender gestattet, können die Geräte untereinander auf Daten zugreifen und so ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand des Anwenders liefern. Egal ob Health Kit zur privaten Kontrolle von Fitness oder Gewicht dient oder ganz ernsthaft über die Gesundheit wacht – das große Interesse an zahllosen Kliniken in den USA zeigt das hohe Interesse an einer solchen Lösung. Wie sich Health Kit in Deutschland entwickelt, bleibt abzuwarten.

Weitere Neuheiten

Screencasts aufzeichnen : Bildschirmvideos von iPhone und iPad lassen sich künftig auf dem Mac aufzeichnen. Voraussetzung hierfür ist aber OS X Yosemite.

Letzter Ort aufgezeichnet: Auf Wunsch sendet das iPhone seinen letzten Ort an iCloud, bevor der Akku leer ist. Verloren gegangene Geräte lassen sich auf diese Art wieder aufspüren.

Schnellzugriff: Je nachdem wo man sich aufhält, bietet iOS 8 die dort gebräuchlichste App auf dem Sperrbildschirm an. Etwa die des ÖPNV, wenn man am Bahnhof schon wieder ewig auf die Bahn wartet und gerne wissen möchte, wo genau sie steckt.

TV-Streaming ohne WLAN : Unter iOS 8 werden sich Stras auch über Bluetooth an das Apple TV streamen lassen.

Bye-bye Google: Die Beziehungen von Apple zu Google sind in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden, iOS 8 setzt auf Bing oder Duck Duck Go als Suchmaschinen.

Metal: iOS 8 bekommt mit Metal einen neuen Grafik-Layer . Insbesondere Spiele-Entwickler profitieren davon.

Touch ID: Auch Apps von Drittanwendern können künftig auf die Identifizierung über den Fingerabdruck zugreifen. Bisher ist ein Scanner nur im iPhone 5S verbaut, schon im Herbst sollte die Technik auf mehr Apple-Geräten verfügbar sein.

Family Sharing: Künftig genügt es, allen Familienmitgliedern bei ihren iTunes-Konten die gleiche Kreditkarte zu hinterlgen - dann kann man bequem Medieninhalte austauschen. Will ein Familienmitglied eine App, ein Album oder einen Film auf die zentrale Kreditkarte einkaufen, muss deren Inhaber aber den Kauf genehmigen. In-App-Käufe sind von diesem Mechanismus ausgeschlossen - gerade damit haben viele App-Hersteller Schindluder getrieben.

 

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