983549

Die Mac-Trends 2008

07.01.2008 | 15:17 Uhr |

Kaum eine Firma ist so verschwiegen wie Apple, wenn es um Zukunftspläne geht. Doch zählt man Fakten und Pläne beispielsweise des Chip-Lieferanten Intel zusammen, bekommt man ein recht gutes Bild, was das neue Jahr zu bieten hat. Doch Apple wäre nicht Apple, wenn nicht noch ein paar Überraschungen dabei wären.

Trendstory 2008
Vergrößern Trendstory 2008

Was war das für ein Jahr: Mac-Verkäufe, die fast doppelt so schnell wachsen wie der Rest der Industrie, iPods, die weggehen wie warme Semmeln und sich von der wachsenden Konkurrenz (unter anderem von Microsoft) komplett unbeeindruckt zeigen, das iPhone, das von der Fachpresse unisono als das wichtigste Stück Elektronik des Jahres gefeiert wird, Mac-OS X 10.5, iLife 08, iWork 08 und so weiter. Längst ist der Börsenwert von Apple an Dell vorbeigezogen, auch IBM ist abgehängt, der Computergigant, den Apple mit dem ersten „PC“ einst das Fürchten lehren wollte. In nur einem Jahr hat Apple den eigenen Wert mehr als verdoppelt – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Holpriges Erfolgsjahr

Es scheint, als würde Apple derzeit alles gelingen, und das, obwohl die Konkurrenz groß ist. Im Mobilfunkbereich drängeln sich Schwergewichte wie Nokia, Motorola, Samsung und Sony-Ericsson, Microsoft versucht – neben vielen Anderen – mit dem Zune, dem iPod Konkurrenz zu machen, im PC-Bereich wollen HP, Dell, Acer, Lenovo und Toshiba keine Marktanteile abgeben und bei den Musik-Downloads versuchen immer neue Allianzen, iTunes das Wasser abzugraben.

All den mächtigen Gegnern half es auch wenig, dass Apple keineswegs vor Fehlern gefeit war. Rückrufaktionen für Laptop-Akkus, die vorzeitige Preissenkung für das iPhone, Sicherheitsprobleme bei Mac-OS X 10.5 und ein alles andere als ausgereiftes iLife-Update machten dem Konzern 2007 zu schaffen. Mehr als all die großen und kleinen Fehler aber wog, dass Apple im Frühjehr erstmals zugeben musste, sich mit der Vielzahl der laufenden Produkte verhoben zu haben. Um das iPhone pünktlich auf den Markt zu bringen, sahen sich die Entwickler gezwungen, das Betriebssystem-Update auf den Herbst zu verschieben. Weder die Kunden noch die Börse störte es – immerhin hatte Microsoft das eigene Update schon um mehrere Jahre vertagt.

Spannung im neuen Jahr

Dass Apple Fehler so leicht verziehen werden, liegt nur zum kleineren Teil daran, dass auch Andere Fehler machen. Tatsächlich scheint es derzeit so zu sein, dass selbst Apples ärgste Konkurrenten einsehen, dass sie nichts mehr brauchen als Apple. Der PC-Hersteller Dell beispielsweise, dessen Gründer noch kürzlich nur hämische Worte für den Mac-Hersteller fand und nun selbst in der Krise steckt: Dell-Entwicklungen schauen neuerdings verdächtig nach Macs aus. Oder der Blackberry-Hersteller RIM: Um gegen das iPhone anzugehen, hatte er sich mit seinen Business-Handys in den Consumer-Markt begeben – und macht bessere Geschäfte als je zuvor. Nicht nur im Silicon Valley scheint es einen unausgesprochenen Konsens zu geben: Apple ist gut fürs Geschäft. Apple schafft Märkte, die es vorher nicht gab – 400-Dollar-Handys für Consumer, massentaugliche MP3-Player und legale Musik-Downloads, Internet-Verkauf von TV-Inhalten, hochwertige Consumer-Laptops und so weiter.

Schon deshalb blickt eine ganze Branche im Januar mit mehr Spannung auf die Mac-Messe in San Francisco als nach Las Vegas. Denn auch wenn sie sich in der Zockermetropole die Klinke in die Hand gibt, die echten Impulse, so scheint es, gehen derzeit aus Cupertino aus – und zu sehen gibt es sie zuerst an der Golden Gate Bridge. Schon deshalb dürfen wir auf Mitte Januar gespannt sein.

Steve Jobs Zauberhut

Auch Apple kann nicht zaubern – und die meisten Produkte aus Cupertino sind Entwicklungen aus Dingen, die vorhanden sind. Diese stellen wir im Folgenden vor. Da Steve Jobs aber immer für eine Überraschung gut ist, erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Spannend, soviel steht fest, wird das neue Jahr in jedem Fall wieder werden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
983549