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Die Mac-Trends 2008: Publish, Design und Internet

11.01.2008 | 12:56 Uhr |

Im Jahr 2007 brachte Adobe die Creative Suite 3 heraus, dieses Jahr steht ganz im Zeichen der Konsolidierung: Plug-in-Hersteller werden ihre Programme anpassen. Web-Applikationen auf Basis von Air werden 2008 populär.

Trendstory 2008
Vergrößern Trendstory 2008

Publish und Design

Konsolidierung bei grafischen Programmen und eine spannende Entwicklung im Bereich der Webapplikationen werden die Entwicklung des neuen Jahres prägen. Nachdem Adobe 2007 mit Veröffentlichung der Creative Suite 3 große Updates für so ziemlich jede Applikation des aktuellen Portfolios veröffentlicht hat, lautet das Motto für Photoshop, Indesign & Co erst mal Konsolidierung. Während die Anwender langsam anfangen, das riesige Angebot an neuen Funktionen und Fähigkeiten zu nutzen, fehlen vor allem für Indesign noch jede Menge aktueller Plug-ins. Für Photoshop sieht es da schon besser aus, doch nicht alle für die CS3 aktualisierten Erweiterungen machen Gebrauch von der neuen Funktionalität der Creative Suite.

Während sich bei den kommerziellen Profi-Applikationen der Markt auf immer weniger Konkurrenten verengt, entwickelt sich eine neue Riege von Kreativprogrammen für den Mac, deren Entwickler ganz bewusst Nischen suchen und das Andersartige ihrer Software im Gegensatz zu den Großen wie Photoshop und Illustrator in den Vordergrund stellen. Beispiele sind Bildeditoren wie Acorn, Draw it oder Pixelmator oder grafische Programme wie Xara Extreme, Lineform oder Skencil. Hier werden wir noch einige innovative Ansätze erleben.

Trendcheck: Publishing

Erstes Halbjahr Zahlreiche neue Plug-ins und Erweiterungen für CS3-Produkte

Zweites Halbjahr 2008 Updates für Xpress und die Creative Suite 3

Webapplikationen

Weniger Öffentlichkeit hatte 2007 eine Reihe neuer Software von Adobe, mit denen sich das Unternehmen fit für den nächsten großen Trend macht: Webapplikationen. Neben der Creative Suite sind mit Air, Flex und dem neuen Flash-Player Applikationen und Entwicklungsumgebungen auf dem Markt, die sich nicht nur mit einer neuen Art von Software befassen, sondern ganz gezielt in Konkurrenz mit den Microsoft-Produkten Silverlight, Expression und .NET stehen wollen. Webapplikationen sind Programme, die die Vorteile von Internet-Anwendungen mit lokaler Software kombinieren. Der Anwender arbeitet mit einem Client, der im Gegensatz zu einem Browser auch Funktionen zur Verfügung stellt, die sonst Desktop-Programmen vorbehalten sind, beispielsweise „Drag and Drop“. Großer Vorteil solcher Applikationen sind ihre Schlankheit und ihre Geschwindigkeit, großer Nachteil ist das erhöhte Sicherheitsrisiko, da es auf dem Weg zum Server zahlreiche Angriffsstellen gibt. Welches Potenzial in solchen Anwendungen steckt, zeigt schon der Aufwand, mit dem sich die beiden größten Softwarefirmen auf dem Markt, Adobe und Microsoft, in diesem Feld engagieren. Hintergrund des Engagements von Microsoft, und hier hat Apple sicherlich seinen Teil beigetragen, ist die Erkenntnis, dass Software nicht nur gut entwickelt, sondern auch gut gestaltet sein muss.

Sehr schön formuliert haben das auf der Microsoft-Webkonferenz Xtopia im Oktober 2007 Microsoft-Geschäftsführer Joachim Berg und Chef-Evangelist Sanjay Parthasarathy: Sie postulierten, dass statt „Software as a Service“ künftig „Software plus Service“ zu gelten habe, da der Anwender zwar vernetzt und mobil arbeite, trotzdem aber seine wichtigen Daten lokal aufbewahren und nicht auf fremden Servern sichern möchte.

Darüber hinaus habe sich das Web als Klammer für den Digital Lifestyle erwiesen, wie sich an Services wie You Tube, iTunes oder My Space zeige. Weitere wichtige Erkenntnis sei die Tatsache, dass Design und Gestaltung immer wichtiger für den Erfolg einer Applikation sind. Die nun von Adobe und Microsoft vorgelegten Werkzeuge stellen keine herkömmlichen Entwicklungsumgebungen dar, sondern ermöglichen es Gestaltern, in den ihnen bekannten Programmen Anwendungen und Webseiten zu entwickeln, die dann im Hintergrund in entsprechenden Code umgesetzt werden.

Dreh- und Angelpunkt solcher Entwicklungen ist das Format XML, das in Adobes Flex-Variante MXML, bei Microsoft XAML heißt. Dazu haben Adobe wie auch Microsoft ein ähnliches Software-repertoire bereitgestellt: Entworfen wird entweder in der Creative Suite oder Microsofts Pendant Expression, die Umsetzung erfolgt in Flex oder .Net, der Client, der dem Anwender den Zugriff auf die neuen Anwendungen erlaubt, heißt entweder Flash Player oder Silverlight.

Im Unterschied zu Flash ist Silverlight von einer Entwicklungsumgebung zum Medienwerkzeug geworden und bietet daher langfristig das größere Potenzial, während Adobe aktuell mit CS3 und Flash Player noch die populäreren Anwendungen im Markt hat.

Ob beide Unternehmen in der Lage sind, die ehrgeizigen Pläne auch umzusetzen, wird das nächste Jahr zeigen, in dem Adobe nicht nur die finale Version von Flex 3 veröffentlichen wird, sondern auch zwei weitere Projekte fortschreiten: Adobe Thermo, das beispielsweise eine Photoshop-Datei mit Ebenen via MXML in eine funktionierende Anwendung umsetzen kann, und das Flash-Authoringtool Flash Next. Microsoft will 2008 eine Silverlight-Version präsentieren, die weitere Programmsprachen wie Visual Basic oder Ruby versteht und eine mobile Variante, die wie Flash Lite 3, das Flash-Videos auf mobilen Geräten abspielt, auch Silverlight-Inhalte auf Smartphones bringt. Unklar ist, wie es mit dem Wettkampf der zwei größten Softwarehersteller weitergeht – spannend ist es allemal.

Trendcheck: WebApplikation

Erstes Halbjahr 2008 Flex 3, Silverlight mobil

Zweites Halbjahr 2008 neue Version Silverlight, Adobe Thermo, Flash Next

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