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Die Musikindustrie jagt weiter „Piraten“

24.05.2006 | 14:17 Uhr |

Am Dienstag führte die Staatsanwaltschaft Köln bei rund 130 eDonkey-Nutzern Hausdurchsuchungen durch. Verfahren gegen insgesamt 3.500 Nutzer wurden eingeleitet. Unterdessen kündigt die Musikindustrie an, weiter gegen Peer-to-Peer-Tauschbörsen vorzugehen.

Die Staatsanwaltschaft Köln hat Verfahren gegen insgesamt rund 3.500 eDonkey-Nutzer eingeleitet. Die Aktion war das größte Vorgehen, das es bisher in Deutschland gegen illegale Angebote in Internettauschbörsen gibt, erklärt die Staatsanwaltschaft.

Nach Berichten setzten die Ermittler über einen Zeitraum von zwei Monaten spezielle Software ein, um die Nutzer eines bestimmten Servers zu identifizieren. Dabei sollen über 800.000 Datensätze und mehr als 14 GB Log-Dateien angefallen sein.

Die Aktion fügt sich nahtlos in die Kampagne der Musikindustrie gegen das Kopieren und Tauschen von Musikdateien ein. Der Chef der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) John Kennedy reiste eigens aus London nach Köln, um den Schlag gegen die „Piraten“ zu feiern. „Ich bin froh, dass die deutschen Behörden die Bedeutung von Urheberrechtsverletzungen erkannt haben und konkrete Maßnahmen dagegen durchführen“, sagte Kennedy.

Nach seiner Meinung sind solche Aktionen notwendig, um den Tauschbörsen-Nutzern die Illegalität ihres Vorgehens klar zu machen. In einem Interview mit Spiegel-Online zeigte sich Kennedy davon überzeugt, dass die Aktion kein Imageproblem für die Branche bedeute. „Sehr oft hören wir stattdessen: Wir verstehen, dass ihr das tun müsst. Manchmal sagen Leute, dass sie sich fragen, warum wir nicht viel früher damit angefangen haben.“

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