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Die Optik von OS X Yosemite

27.06.2014 | 10:00 Uhr |

Es ist ein Neuanstrich im Wortsinne: Kaum eine Fläche, kaum ein Icon – ja nicht mal die Systemschrift – blieb von Apples Yosemite-Rundumschlag unberührt.

Vor der WWDC war lange und intensiv über den neuen Look von OS X spekuliert und diskutiert worden, auch hier auf macwelt.de. Sowohl UI-Designer und Entwickler, als auch Journalisten waren sich uneins, wie tiefgreifend Apple das Nutzerinterface umkrempeln würde. Nach der WWDC-Keynote, auf der Apples SVP of Software Engineering Craig Federighi neben OS X Yosemite auch iOS 8 und die neue Programmiersprache Swift vorgestellt hat, sind wir schlauer. 

Apple hat tief eingegriffen. Sehr tief. Aber: Nicht so tief, dass Yosemite nicht mehr als echtes OS X zu erkennen wäre. Neben der Abkehr von Lucida Grande als System-Font und der Einführung einer Schrift aus der Helvetica-Neue-Familie als Standard-Schrift, hat Apple der Zehnten Version von OS X auch einen komplett neuen Satz an Standard-Icons verpasst.

Damit nähert Apple die Icon-Sprache von OS X den Veränderungen an, die man im Jahr zuvor mit iOS 7 auf den mobilen Geräten begonnen hatte – ohne dabei jedoch auf OS-X-spezifische Eigenheiten zu verzichten und zu viel iOS zu wagen (Apple fasst diesen Aspekt griffig mit "Completely new, yet completely Mac“ zusammen). 

Des Ende von Lucida Grande ist gleichzeitig der Anfang einer Helvetica als Systemschrift – bislang haben wir auf unseren Testgeräten (ohne Retina-Bildschirm) keine Probleme mit der Lesbarkeit.
Vergrößern Des Ende von Lucida Grande ist gleichzeitig der Anfang einer Helvetica als Systemschrift – bislang haben wir auf unseren Testgeräten (ohne Retina-Bildschirm) keine Probleme mit der Lesbarkeit.

Neben neuen Icons und der neuen Systemschrift setzt Apple beim Nutzerinterface einen weiteren zentralen Designaspekt zur Abhebung Yosemites vom Vorgänger Mavericks: einen systemweiten „Frostglas"-Transparenzeffekt. Dieser kommt sowohl in der Menüleiste, als auch in der Mitteilungszentrale, dem Dock und in den Kopfleisten von Finderfenstern und den Seitenleisten aller Apps zum Einsatz. Das sorgt für einen frischen, flacheren Look. 

Neben der Transparenz hat der Finder auch ein neues Icon und an iOS 7 angelehnte Schaltflächen spendiert bekommen.
Vergrößern Neben der Transparenz hat der Finder auch ein neues Icon und an iOS 7 angelehnte Schaltflächen spendiert bekommen.

Genauso übrigens, wie die neuen, an iOS 7 angelehnten Schaltflächen. Wir finden, dass Apple mit den Designentscheidungen von OS X Yosemite mutig genug ist, einen moderneren Look zu wagen, dabei aber behutsam genug vorgegengen ist, um OS X als Desktop-OS im Kern nicht zu schaden. Was denken Sie?

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