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Die TIL ist tot

06.08.2001 | 00:00 Uhr |

Apple stellt die gute alte Tech Info Library sang- und klanglos ein. Wer lange genug sucht, findet die Inhalte der beliebten Problemdatenbank aber in Apples neuem Support-Service wieder.

Für Techniker, Entwickler und alle anderen des Englischen mächtigen Mac-Anwender war sie über Jahre eine reichhaltige Informationsquelle, nun hat Apple über Nacht den Stecker rausgezogen: Die TIL, die Tech Info Library, gibt es nicht mehr. In der TIL hatten Apples Entwickler und Ingenieure über Jahre die neuesten Probleme mit Hard- und Software von Apple veröffentlicht, und häufig auch eine Lösung von Problemen geboten. Wichtige Fragen wie die, welche ROM-Version für welchen Rechner und welches Betriebssystem richtig ist, warum unter Mac-OS X das DVD-Laufwerk nicht funktioniert und was zu tun ist, wenn der neue iMac nicht mit einem externen USB-Gerät startet, haben die Apple-Supporter dort behandelt. Bis gestern. Denn über die vergleichsweise altmodische Datenbank mit simpler Suchfunktion hat nun das modernere Apple-Care-System die Hoheit gewonnen. Das Internet-basierte System bezeichnet sich selbst als "Knowledge Base" und versucht, Anfragen an die Apple-Supporter mit Hilfe verbesserter Nachfragemechanismen gezielter beantworten zu können. Ausprobieren kann dies jeder unter der Adresse http://kbase.info.apple.com/ , vorausgesetzt, er ist gewillt, sich bei Apple zu registrieren. Die Anmeldung ist kostenlos, danach legt man mit einem Frage-Antwort-Spiel los und versucht so, sein "Interessensgebiet", wie Apple das eigene Problem nennt, einzukreisen. Nachdem man sich durchgeklickt hat, landet man, wer hätte es gedacht, bei der guten alten Sammlung von TIL-Artikeln, die man dann nacheinander durchforstet.
Nun mag diese Vorgehensweise für jemanden mit einem aktuellen Problem durchaus sinnvoll sein, uns bei der Macwelt stellt sich damit ein Problem. Bislang war es nämlich möglich, die TIL nach neuen Artikeln zu durchsuchen. So war man immer recht gut informiert darüber, was die Hard- und Softwareentwickler bei Apple in der letzten Zeit so versiebt und wofür sie dann eine Lösung gefunden hatten. Das geht nun leider nicht mehr, so dass wir in der Redaktion der guten alten TIL doch ein paar Tränen hinterher weinen. Unseren Lesern dürfte es allerdings reichlich gleichgültig sein - denn die Informationen sind nach wie vor vorhanden, und im ein oder anderen Falle nun auch schneller zu finden. sh

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