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Die Trends der Consumer Electronics Show in Las Vegas

09.01.2008 | 09:30 Uhr |

Das High-Tech-Jahr beginnt: Seit Montag präsentiert die Branche in Las Vegas die neuen Trends und Technologien, die unseren Alltag in diesem und den kommenden Jahre prägen sollen. In erster Linie präsentiert die CES jene Produkte, die morgen in den Elektronik-Märkten und Kaufhäusern den Konsumenten gegen Bargeld Kurzweil zu Hause und unterwegs bescheren sollen.

Doch neben all den Gadgets für kleine und große Geldbeutel ist die high-Tech-Messe auch Bühne für neue Technologien und Ansätze: Der HDMI-Standard zur Verkabelung von hoch auflösendem Bildmaterial erreicht jetzt auch Notebooks, im Gegenzug zeigen Aussteller, dass dieses Kabel vielleicht bald überflüssig wird. Sony präsentiert eine ganz eigene Lösung im Bereich Wireless USB und HD-DVD ist genauso untot wie die alte Idee, das Internet in den Fernseher zu quetschen.

Warum einen Standard unterstützen, wenn man sein eigenes Süppchen kochen kann? Sony hat darauf eine Antwort: Anstatt den bereits in Benutzung befindlichen Standard Wireless USB zu supporten und kompatible Geräte anzubieten, zeigt der japanische Elektronik-Konzern auf der CES seine eigene Lösung "Transferjet". Das wollte zumindest Sony-Manager Randy Waynick auf der offiziellen Messe-Präsentation, aber da streikte die Hardware. Vielleicht deshalb, weil Transferjet im Gegensatz zu Wireless USB eine deutliche geringere Distanz überbrücken kann: Sony spricht von knapp viereinhalb Zentimetern (sic!), die die so ausgestatteten Geräte voneinander entfernt sein dürfen, um Daten mit bis zu 500 Megabit pro Sekunde übertragen zu können. Den offensichtlichen Nachteil deutet Sony als Vorteil um: Da die Geräte oder Computer sich nahezu berühren müssen, sind Einbrüche von außen in die Privatsphäre nahezu unmöglich. Der Hersteller sieht Transferjet gerade an digitalen Kiosk-System zum Kaufen von Musik als ideale Technologie an. In Deutschland sind die benutzten Funkfrequenzen im Bereich 4,48 Gigahertz für militärische Zwecke reserviert.  

HDMI mit und ohne Draht

Die Hardware-Schnittstelle für hoch auflösendes Video heißt HDMI - und seit der Set-Top-Box Apple TV ist diese Abkürzung auch in unseren Kreisen vertraut. Nun beginnen zahlreiche Notebook-Hersteller, ihre Modelle ebenfalls mit einem HDMI-Port auszustatten. Was für die Profis im Videoschnittbereich wichtig ist, ist für den qualitätsbewussten Konsumenten nicht uninteressant: Dank leistungsfähiger Grafikchips wie des AMD Radeon Mobility HD 3000 können Notebooks dann auch Großbildschirme ohne Qualitätsverlust ansteuern und dabei in die Kette des Digitalen Rechtemanagement eingebunden werden. Hewlett-Packard und Toshiba gehören zu den ersten Herstellern, die ihren Notebooks einen HDMI-Port gönnen. Doch es geht auch ohne Kabel: Die Spezifikationen zu WirelessHD (kurz: WiHD) in Version 1.0 sind seit wenigen Tagen abgesegnet und auf der CES präsentiert wieder Toshiba das erste System, das bei dem Hersteller Regza Link heißt. Möglich macht die frühe Vorstellung solcher Systeme der Anbieter Sibeam , der die weltweit ersten Chipsätze nun in größeren Stückzahlen offeriert.  

HD-DVD gegen Blu-ray: Das Rennen ist noch nicht entschieden

Zur Consumer Electronics Show verändert sich auch der Frontverlauf zwischen den DVD-Nachfolge-Formaten HD-DVD und Blu-ray. Das Filmstudio Warner Bros. kehrt der Toshiba-Entwicklung HD-DVD den Rücken und setzt allein auf die von Sony mitentwickelte und in den Playstations verbaute Blu-ray-Technologie. Auch von Apple wird kommende Woche ein Statement zum "Formatkrieg" erwartet und Marktbeobachter halten ein klares Wort zu Blu-ray für wahrscheinlich . Eine Pressekonferenz des HD-DVD-Konsortiums im Rahmen der CES, zu dem auch Microsoft gehört, ist kurzfristig abgesagt worden. Paramount und Dreamworks wollen der HD-DVD noch die Treue halten .  

Internet goes Television: Alte Idee neu aufgelegt

Gab es das nicht schon vor Jahren? Das Internet mit WWW und E-Mail sollte die Fernsehbildschirme erobern. Durchgesetzt hat sich die Idee aus den Neunzigerjahren nicht, zogen die meisten Konsumenten doch vor, für Berieselung und Surfen unterschiedliche Geräte einzusetzen. Der japanische Mischkonzern Matsushita, bekannt mit den Handelsmarken Panasonic und Technics, kooperiert nun mit Google. Doch den Partnern geht es nicht um das Durchsuchen des weltweiten Netzes, sondern Anwender sollen direkt am Fernsehgerät Zugriff auf die Google-Dienste YouTube und Picasa bekommen, um Videos und Fotos von der Couch aus betrachten zu können. Ganz ähnlich stellt sich Samsung das TV-Erlebnis 2008 vor: Die LCD-Fernseher der Series 6 und 7 besitzen einen Ethernet-Anschluss - und über eine Taste auf der Fernbedienung bekommt der Zuschauer dann Neuigkeiten aus Politik und Sport, von der Börse und vom Wetter aus dem Datenbestand von USA Today geliefert. Im Frühling sollen diese Geräte auf den US-Markt kommen, Preise nannte keiner der Hersteller. Bild: Veranstalter

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