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Die Ursache der WLAN Probleme unter Yosemite

05.05.2015 | 11:11 Uhr |

Apple kämpft nicht erst seit Yosemite mit WLAN Problemen, doch mit neuen Funktionen wie Airdrop und Hand-Off scheinen sich diese sogar noch zu verschlimmern. Tiefere Ursachenforschung deutet auf ein Hardware-Software Problem hin.

Mit OS X Yosemite hat Apple eine neue Technologie namens "Apple Wireless Direct Link" (AWDL) eingeführt. Diese sorgt nicht nur für Funktionen wie Airdrop , sondern verursacht offenbar auch größere Störungen im normalen WLAN-Betrieb .

Was ist AWDL?

AWDL ist eine sogenannte peer-to-peer (Rechner-zu-Rechner) Verbindung, die Apple für Airdrop, Airplay , Gamekit und andere Funktionalitäten einsetzt. Damit lassen sich also Endgeräte direkt miteinander verbinden. Bluetooth SDP arbeitet nach den gleichen Prinzipien. Endgeräte können sich also untereinander finden, eine Verbindung herstellen und anschließend Daten austauschen.

Voraussetzungen für AWDL

Der iPhone-Kernel hat seit der Einführung des iPhone 4 mehrere WLAN-Schnittstellen, die sich einen einzigen Hardware-Chip teilen. Damit spart Apple nicht nur Platz, sondern kann auch mehrere Verbindungen gleichzeitig laufen lassen. Also im Internet surfen und gleichzeitig Dateien über Airdrop tauschen. Exzessiv verwendet Airdrop diese Funktionalität, um sich im Netzwerk bemerkbar zu machen und andere Benutzer zu finden. Andere Technologien wie Instant Hotspot verwendet auch den AWDL-Dienst, jedoch machen sich die Störungen dort durch das gezielte Ein- und Ausschalten nicht sonderlich bemerkbar.

Warum treten diese Probleme auf?

Darüber diskutieren selbst Experten – offensichtlich dürfte es selbst für Apple nicht sein. Denn jede Software ist auch auf gewisse Hardware angewiesen. Es deutet aber daraufhin, dass AWDL für die Störung sorgt. Schalten man diese Funktion ab (siehe unten), tritt das WLAN-Problem nicht mehr auf. Die Software-Implementierung seitens Apple könnte also die Ursache des Problems sein.

Ältere Macs, die keine Hardware Unterstützung für Airdrop und Co besitzen (und damit auch kein AWDL unterstützen), haben auch keine WLAN-Probleme unter Yosemite . Im Zusammenhang mit diesen Störungen steht auch Photos, die neue Foto-App von Apple . Diese operiert nach dem ersten Start im Hintergrund und beansprucht Bandbreite und Prozesszeit. Im Zusammenspiel mit dem AWDL-Fehlverhalten natürlich eine sehr ungesunde Mischung.

Probleme nicht nur unter OS X, auch iPhones betroffen

Nicht nur Yosemite verwendet AWDL, auch iOS verwendet diese Technologie. Besitzer ab dem iPhone 5S können somit betroffen sein. iOS 7 scheint damit noch keine Problem zu haben, erst seit iOS 8 macht sich das Problem bemerkbar.

Wie macht sich das Problem bemerkbar?

Mit Hilfe eines DSL-Speedtests kann eine erhöhte Ping-Zeit und geringere Bandbreite festgestellt werden. Dies lässt zwar nicht sofort auf das AWDL-Problem schließen, könnte aber Grund für weitere Nachforschungen sein. Durch das Deaktivieren, das wir später im Text beschreiben, und einen erneuten Speed-Test, kann das Problem eingegrenzt werden. Erhöht sich die Bandbreite und verringert sich die Ping-Zeit, so ist es vermutlich AWDL, das diese Probleme verursacht.

Wie sieht eine zwischenzeitliche Lösung aus?

Da das Problem auftritt wenn mehrere Schnittstellen gleichzeitig operieren, ist ein erster Schritt Airdrop zu beschränken , oder nur anzuschalten wenn benötigt . Schalten Sie also "Gefunden werden" im AirDrop-Finder-Fenster von "Jeder" auf "Keiner". Somit beenden Sie ein ständiges Interagieren mit der Umgebung.

Ein weiterer Weg ist AirDrop komplett ab zu schalten. Versierte Anwender öffnen hierfür das Terminal, und geben folgende Zeile ein:

sudo ifconfig awdl0 down

Mit Enter und anschließender Passworteingabe ist AirDrop und AWDL komplett deaktiviert. Zum Reaktivieren genügt diese Zeile:

sudo ifconfig awdl0 up

Um Tippfehler zu vermeiden: Der dritte Befehl setzt sich zusammen aus “ a w d (kleines L) (Null). Es existiert zudem ein über GitHub bereitgestelltes Tool. Nutzer, die mit dem Terminal nicht vertraut sind schauen aber bislang jedoch in die Röhre.

Wie reagiert Apple?

Wie so oft hält sich die Firma aus Cupertino mit Aussagen bedeckt. Bislang gibt es keine Stellungnahme oder detaillierte Hinweise in den Release-Notes der Beta-Versionen. Der zunehmende öffentliche Druck lässt aber auf eine Randnotiz auf der WWDC im Juni hoffen.

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