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Die Zukunft des Publishings

11.06.2001 | 00:00 Uhr |

Die Macwelt-Redakteure Martin Stein und Walter Mehl trafen sich mit Adobes Vorstandsvorsitzenden Bruce Chizen während seiner Präsentation des Network Publishing Konzepts in München. Sie fragten Chizen nach seiner Vision für den Publishing Markt und warum Network Publishing so wichtig für Adobes Produktstrategie ist.Bereits letzte Woche veröffentlichten wir das Interview im originalen Wortlaut, lesen Sie jetzt die deutschsprachige Fassung.

Macwelt: Herr Chizen, Sie arbeiten seit ein paar Monaten in Ihrer neuen Position. Wie verlief der Wechsel für Sie und bleibt die Produktstrategie dieselbe?

Bruce Chizen: Der Wechsel verlief völlig reibungslos. Unser besonderes Augenmerk gilt der Weiterentwicklung der nächsten Stufe des Publishing, dem Network Publishing.

Macwelt: Warum ist es so wichtig für Adobe?

Bruce Chizen: Schauen Sie sich die Dynamik im Publishing Markt von heute an: Informationen werden überall angeboten und konsumiert. Nicht nur auf Computern, sondern auch auf PDAs oder in Videospielen. Die Firmen müssen wieder profitabel werden. Also suchen sie nach Wegen, um ihre Inhalte wiederzuverwerten. Das bedeutet hohe Anforderungen aber auch große Möglichkeiten für Adobe und die Industrie. Je mehr Information es gibt, je mehr Menschen Information bereitstellen wollen, desto visueller, grafischer und auch zuverlässiger muss dies geschehen. Und dazu braucht man ein paar Produkte, die wir liefern.

Macwelt: Was ist das Geschäftsmodell hinter Network Publishing? Wo ist der Nutzen für den Anwender?

Bruce Chizen: Es geht dabei mehr um Effizienz als um das reine Geldverdienen. Denn wenn man Inhalte erstellt, muss man auch dafür sorgen, dass sich die Leute das anschauen. Und das muss effizient gemacht werden. Jetzt sind die Teams gezwungen, zusammen zu arbeiten.

Macwelt: Und wie wollen Sie das ändern?

Bruce Chizen: Wir arbeiten an mehreren Dingen. Wir werden an unseren bisherigen Produkten Änderungen vornehmen. So wie wir Photoshop und Illustrator Internet-tauglicher gemacht haben. Wir arbeiten an Premiere und After Effects. Unsere Internet-Produkte werden es um einiges leichter machen, Informationen für verschiedene Plattformen zur Verfügung zu stellen. Wer heute auf unsere Webseite geht, die mit GoLive erstellt ist, kann das Plugin von Real oder das von Quicktime benutzen, um einen Film zu betrachten. Man kann also eine sehr umfangreiche Webseite erstellen und festlegen, was von ihr auf einem Handy von Nokia gezeigt werden soll.

Macwelt: Gibt es eine Möglichkeit, Produkte von Drittanbietern zu integrieren?

Bruce Chizen: Ja, denn auch wenn wir es gerne sehen würden, wenn alle nur Produkte von Adobe verwenden, verstehen wir es, wenn das nicht der Fall ist. Wir verwenden XML als Austauschformat. Das bringt mich zum Informationsmanagement. Wir arbeiten in dieser Hinsicht mit Drittherstellern zusammen, die auf unseren XML-Filter zugreifen können. Zusätzlich werden wir etwas tun, damit man unsere Inhalte problemloser und dynamischer mit Server-basierten Produkten generieren kann. Und wir werden weiterhin mit Drittherstellern wie Real oder HP zusammenarbeiten, um bei Industriestandards wie SMIL dabeizusein.

Macwelt: Adobe Studio spielt eine besondere strategische Rolle. Welche?

Bruce Chizen: Es lässt unsere Kunden effizienter und produktiver Inhalte gestalten. Die meisten unserer Kunden arbeiten in virtuellen Arbeitsgruppen und Adobe Studio ermöglicht ihnen eine bessere Zusammenarbeit.

Macwelt: Unser erster Eindruck war, dass sich Adobe Studio besonders für die USA eignet, was die Gruppenarbeit angeht. Doch wie möchten Sie hierzulande die Vorzüge vermitteln?

Bruce Chizen: Das wird in der Tat anstrengend: Es geht nicht nur darum den Inhalt zu übersetzen, sondern die gesamte Umgebung muss angepasst werden. Deshalb fangen wir auch erst in den USA an und versuchen dort zu lernen, bevor mit Deutschland, UK, Frankreich und Japan weitermachen.

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