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Die Zukunft gehört den LCD-Monitoren

09.05.2001 | 00:00 Uhr |

Fallende Preise im LCD-Panel-Markt freuen die Anwender und bewegen immer mehr Hersteller dazu, ihre Produktreihen mit Flachbildschirmen weiter auszubauen. Besonders konsequent zeigt sich wieder mal Apple. Nach Insider-Berichten will die Firma künftig überhaupt keine CRT-Monitore mehr anbieten

Nach einem Bericht des US-Magazins Mac User wird Apple wohl Produktion und Verkauf eigener CRT-Monitore einstellen, die Zeitschrift erwartet eine entsprechende Ankündigung entweder für die weltweite Entwicklerkonferenz, die nächste Woche in San Jose stattfinden wird, oder zur Macworld Expo New York, im Juli. Statt dessen wird der Computerhersteller wohl seine LCD-Palette um das bisher noch fehlende Modell im 17/18-Zoll-Bereich erweitern und gleichzeitig das bisher noch verfügbare Studio Display 17" ausrangieren.

Mit dieser Entscheidung reagiert Apple auf die eklatant fallenden Preise bei LCD-Montoren und den parallel zum Preisverfall wachsenden Markt. Während bei unserem Test von LCD-Panels in der Märzausgabe 2000 ein 15-Zöller noch knapp 3000 Mark gekostet hatte, zeigt sich im Vergleichstest unserer aktuellen Ausgabe ein radikaler Preissturz. So ist beispielsweise das Nachfolgemodell des damaligens Testsiegers Syncmaster 570 PTFT von Samsung, der diesmal getestete 570 BTFT, um 400 Mark günstiger, und liegt damit preislich noch im oberen Mittelfeld.
Alternativ dazu bieten Miro mit dem FP 150 (unserem aktuellen Preistipp) oder etwa Quatographic mit dem Faqtor 701 auch schon Produkte für einen Preis von 1300 Mark.

NEC/Mitsubishi und IBM hatten schon zu Jahresbeginn ihre komplette Produktreihe an LDC-Monitoren um durchschnittlich mindestens 200 Mark gesenkt und so den Preiskrieg mit Kampfpreisen zwischen 1200 und 1300 Mark für einen 15-Zöller entfacht.

Außerdem belebt sich der Markt langsam, weil immer mehr auch private Käufer zum Zuge kommen. In den vergangenen Jahren war ein Großteil der Produktion direkt zu großen Abnehmern wie Banken und Versicherungen gewandert, die sämtliche Arbeitsplätze in ihren Unternehmen mit den kleinformatigen LCD-Panels ausgerüstet hatten und so einen Großteil der verfügbaren Monitore direkt vom Hersteller abgenommen hatten. Nun ist dieser Kanal weitgehend gesättigt, die Hersteller müssen ihre Modelle auf dem "freien Markt" verkaufen und mit günstigen Preisen auch private Anwender locken.
Trotz allem sind LCD-Monitore aber immer noch weit entfernt davon, den CRT-Kollegen den Rang abzulaufen. Marktforscher wie die US-Firma Stanford Research rechnen in diesem Jahr mit einem Wachsen des Marktanteils auf 9,4 Prozent, mehr sei aber in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Noch ist die Herstellung der Flachbildschirme deutlich teurer, sodass auch in Zukunft ein deutlicher Preisabstand zwischen CRT-Monitoren und LCD-Displays bestehen wird. Und für alle Anwender, denen eine farbverbindliche Monitordarstellung wichtig ist, sind LCD-Monitore sowieso keine Alternative.
mbi

:Aktueller LCD-Vergleichstest...

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