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Die Zukunft von Firewire und USB unter Mac-OS X

25.05.2001 | 00:00 Uhr |

Erst kürzlich stellte die 1394 Trade Association mit dem Standard 1394b die Weiterentwicklung von Firewire vor. Mit der neuen Schnittstelle sind höhere Datenübertragungsraten und längere Strecken möglich. Aber auch mit USB hat Apple noch etwas vor.

Wer heute unter Mac-OS X externe Geräte nutzen will, greift am
besten zu Modellen, die eine USB- oder Firewire-Schnittstelle
besitzen. Denn dann funktionieren einige schon ohne zusätzliche
Software, darunter Festplatten, CD-, DVD- und MO-Laufwerke sowie die
meisten heute erhältlichen DV-Videokameras mit Firewire-Anschluss.
Laut Greg Mullins, einem der Apple-Entwickler auf diesem Gebiet,
sind dabei Datentransferraten von 15 bis rund 20 MB/s kein Problem.
Wer mehr will, muss nur noch einige Monate warten, suggerierte
andere Apple-Mitarbeiter. Demnächst sei mit Macs zu rechnen, die
eine oder mehrere 1394b-Schnittstelle bieten. Darüber fließen die Daten zwei- bis viermal
schneller als über die heute erhältliche FIrewire-Anschlüsse.
Dennoch lassen sich die heutigen Firewire-Geräte an diesem
Highspeed-Anschluss weiter betreiben.

Dabei sollte man aber nicht aus den Augen verlieren, dass für die
neuen Übertragungsraten ein neues Kabel mit neun Anschlüssen nötig
ist. Damit erhöht sich die Zahl der möglichen Firewire-Anschlüsse
auf vier, was die Kabelprobleme vervielfachen dürfte. Denn neben die
heute erhältliche Kabeln mit vier Adern (oft bei DV-Videokameras
genutzt) und der Standard-Variante mit sechs Adern, tritt das
neunadrige Kabel mit Kupferlitzen und eine zweite Variante mit
Glasfasern. Letztere wird laut Apple aber nur für Spezialgeräte wie
Überwachungskameras sinnvoll sein, die 50 und mehr Meter vom Rechner
entfernt stehen sollen. Die maximale Länge solcher Glasfaserkabel
steht derzeit noch nicht fest, laut Apple sollen einige Hundert
Meter möglich sein. Alle herkömmlichen Firewire-Geräte sollten aber
mit dem neunadrigen Kupferkabel auskommen, das zudem deutlich
billiger als ein Glasfaserkabel ist.
In den Bereich der Fabeln verwiesen die Apple-Mitarbeiter dagegen
die Pläne von NEC, mit der das Unternehmen die Transferraten von
Firwire über eine Funkverbindung möglich machen will ("wireless
IEEE1394"). Dazu brauchen es sehr starke Sender und Empfänger, deren
Strahlung so hoch wie im Inneren einer Mikrowelle sei. Bis dieses
Problem nicht gelöst ist, seien die Ideen von NEC nur im Labor
nutzbar.

Am Rande der Konferenz gab es weitere Infos zu den Firewire-Plänen
von Apple. Für Besitzer eines blauweißen Power Mac G3 sieht es
schlecht aus: Sie werden wahrscheinlich auch weiter nicht die selben
Komfortfunktionen bei Firewire nutzen können, wie Besitzer neuerer
Macs. Denn Apple werde weiterhin keine Möglichkeit schaffen, diese
Rechner von einer externen Firewire-Festplatte zu starten, sagte ein
Apple-Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte.
Genauso inoffiziell sind bisher die Aussagen beim Thema "mLAN",
einem neuen Weg, um Musikinstrumente und Computer zu verbinden. Da
mLan auf Firewire basiert, sollte es für Apple ein leichtes sein,
die nötige Software für Mac-OS X zu schreiben. Auf der Konferenz war
aber nur zu erfahren, dass Apple mLAN unterstützt und möglicherweise
eines Tages in Mac-OS X einbaut.

Beim Thema USB gibt es ebenfalls Licht und Schatten. Sehr positiv
wirkt die Idee, USB-Geräte künftig über den USB-Anschluss mit soviel
Strom zu versorgen, dass man eingebaute Batterien damit laden kann.
Craig Keithley, einer der Apple-Ingenieure für USB-Hardware warb
heftig dafür, solche Geräte zu konstruieren, da damit der Betrieb
fernab von Stromquellen deutlich erleichtert werde. Künftig soll es
darüber hinaus einfacher werden, ein USB-Gerät sowohl unter Mac-OS X
als auch unter Classic in Mac-OS X zu nutzen, was heute fast
ausschließlich bei Tintenstrahldruckern funktioniert. Wenig Hoffnung
gibt es dagegen bei der Installation von USB-Treibern, die heute so
gut wie immer mit einem Neustart von Mac-OS X abgeschlossen werden
muss. Dieses Verhalten sei aus Sicherheitsgründen nötig, sagte
Keithley. Möglicherweise fänden aber findige Unix-Programmierer
einen Weg, diesen Neustart überflüssig zu machen, so dass es
ausreicht, sich von Mac-OS X ab- und wieder anzumelden.

Walter Mehl

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